Schwarz auf weiß #26: ENDSTATION SEHNSUCHT (1951)

„STELLA!!!!“ Wenn ich nur an ENDSTATION SEHNSUCHT (im Original: A STREETCAR NAMED DESIRE) denke, höre ich Marlon Brandos tiefe Stimme den Namen seiner Frau schreiben. ENSTATION SEHNSUCHT ebnete einige Wege, vor allem machte er aus Marlon Brando einen Megastar und Sex-Symbol.

Zunächst zum Inhalt:
Blanche DuBois, eine Lehrerin aus Mississippi besucht ihre Schwester Stella in New Orleans und zieht zu ihr und deren Mann Stanley Kowalski in ein kleines Apartment. Angeblich braucht sie eine Pause vom Lehrberuf. Da sie aus gutem Hause stammt, ist sie schockiert von den Wohnverhältnissen der beiden und auch etwas herablassend.

Die Beziehung zwischen Stanley und Stelle ist keineswegs harmonisch. Stanley ist aufbrausend und gewalttätig. Blanche wird mit der Zeit immer verwirrter und befindet sich am Rande des Wahnsinns. Sie versucht immer wieder ein neues Leben zu beginnen, so fühlt sie sich zum Beispiel zu Stanleys Freund Mitch (Karls Malden) hingezogen. Aber sie muss feststellen, dass sie nicht vor der Vergangenheit davon laufen kann – und auch nicht vor Stanley.

ENDSTATION SEHNSUCHT ist definitiv ein Klassiker der Filmgeschichte. Er basiert auf dem preisgekrönten Theaterstück von Tennessee Williams. Regie führte Elia Kazan. Für die Besetzung nutzte man größtenteils den Cast der Broadway Inszenierung. Jedoch wurde Blanche mit Vivian Leigh besetzt, die mehr Starpower innehatte als Jessica Tandy. Marlon Brando war zu der Zeit noch relativ unbekannt – das änderte sich mit diesem Film. Sein Porträt von Stanley ist etwas ganz besonderes. Er ist hart und verletzlich zugleich. Er hält nichts zurück. Zwischen all den Darstellern, die zu dieser Zeit die Schauspiellehre von Stanislawski nutzen, war Brando ein „Method Actor“. Er ging voll und ganz in der Rolle auf und erreichte so einen Grad der Authentizität, der bis dahin seinesgleichen suchte.

Das Theaterstück spielte auf engem Raum und bot wenig Setting. Im Film schrumpfte man das Setting nach und nach sogar noch, um noch mehr Spannung aufzubauen. Umso mehr Raum hatten die Charaktere. Sie hatten eine großartige Vielschichtigkeit. Blanche bietet einen großartigen Gegenpol zu Stanley. Zwar wirkte Vivian Leigh stellenweise etwas überspitzt, war aber dennoch eine sehr gute Gegenspielerin für Brando. Brando war zusätzlich noch extrem attraktiv; das wurde durch hautenge Shirts unterstrichen, die extra noch enger gemacht wurden. Stanley hatte etwas Animalisches. Das ist natürlich keine Relativierung seines brutalen Charakters, verdeutlicht aber noch etwas, warum Stella so schwer von ihm loskam.

ENSTATION SEHNSUCHT ist ein starkes Drama mit harten Themen wie Vergewaltigung (wenn im Film auch nur angedeutet) und häuslicher Gewalt. Es war 1951 eine skandalöse Neuheit und auch heute noch absolut sehenswert.

Sarah Binder

Sarah Binder

Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.
Sarah Binder

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