Schwarz auf weiß #18: DIE ADDAMS FAMILY und (nicht gegen) DIE MUNSTERS

Immer wieder geht es in Artikeln darum, was nun besser war: DIE ADDAMS FAMILY oder DIE MUNSTERS. Beide Serien gingen innerhalb einer Woche im September 1964 auf Sendung. Natürlich haben beide einige Gemeinsamkeiten aber sie sind auch verschieden. Ich möchte mich daher nicht entscheiden, welche nun die bessere Serie ist, sondern sie euch beide vorstellen und ans Herz legen – jede von ihnen ist großartig.

 

DIE MUNSTERS

Zunächst einmal zu DIE MUNSTERS. Anstelle eines Trailers gibt es diesmal nur das Intro, aber Youtube ist voll von lustigen Clips zu beiden Serien.

DIE MUNSTERS starteten am 24. September 1964 und liefen für zwei Staffeln auf CBS. Es war eine Satire auf die damals erfolgreichen Familiensitcoms und den beliebten Horrorfilmen. Produziert wurde die Serie von Universal Studios, die unter Anderem die Rechte an den Horror-Figuren Dracula und Frankenstein inne hatten. Aus diesem Grund besteht die Familie aus verschiedenen Arten von Monstern. Als Mittelklasse-Familie wohnen die Munsters in einem Herrenhaus in einem verwilderten Garten in der Mockingbird Lane 1313.

Der Vater Herman Munster (Fred Gwynne) ähnelt Frankensteins-Monster. Er ist ein recht simpler Mensch und etwas naiv. Er wurde in Deutschland zusammen gebaut und arbeitet in einem Beerdigungsinstitut. Seine Frau Lily (Yvonne De Carlo) hat den Mädchennamen Dracula. Lily ist Hausfrau und Mutter mit einer Schwester und einem Bruder. Opa Munster ist Lilys Vater und ein Wissenschaftler. Er kann sich wahlweise in eine Fledermaus oder einen Wolf verwandeln und lebt bei den Munsters. Der Sohn von Herman und Lily heißt Eddie und ist wohl ein Werwolf. Allerdings schläft er in einem Sarg.

Der Augenschmaus der Familie ist allerdings Lilys Nichte Marilyn. Von der Familie als hässliches Entlein behandelt und gesehen, entspricht Marilyn dem Schönheitsideal der 1960er Jahre. Die Munsters glauben, dass ihr Aussehen der Grund ist, dass Marilyn keinen Mann findet, jedoch ist es eher ihre Familie, die möglich Anwärter abschreckt.

Die Serie war so liebevoll geschrieben und die Darsteller hatten offensichtlich viel Spaß an ihren Rollen. Fred Gwynne war zwar an sich schon kein kleiner Mensch, wurde aber für die Rolle des Herman noch größer gemacht. Trotzdem wirkte er nie böse, sondern immer liebenswert. Marilyn wurde erst von Beverley Owen, dann von Pat Priest dargestellt. Owen hatte sich in einen Mann aus New York verliebt und verließ die Serie um diesen zu heiraten. Sie erschien nie wieder auf der Leinwand. MUNSTERS wirkt immer leicht schaurig, aber immer lustig. Halloween das ganze Jahr über. Natürlich sind die vielen Monster dabei sehr hilfreich.

 

DIE ADDAMS FAMILY

Im Gegensatz zu den MUNSTERS steht DIE ADDAMS FAMILY. Auch hier ist leider kein Trailer zu finden, da es eine Serie war. Aber auch das Intro ist sehenswert.

Die ADDAMS FAMILY basiert auf Cartoons von Charles Addams, die im amerikanischen Magazin NEW YORKER in den 30er Jahren erschienen. Später wurden sie fürs Fernsehen entdeckt. Dafür musste sich Charles Addams dann Namen für die Charaktere überlegen, da sie in den Cartoons namenlos waren. Die Serie lief zwischen dem 18.September 1964 und April 1966.

Während DIE MUNSTERS aus Monstern besteht, sind die Familienmitglieder der Familie Addams alles Menschen. Das macht sie aber keineswegs weniger sonderbar. Sie haben makabre Interessen viele unheimliche Dinge in ihrem Haus. Das Set wurde auf Basis des Haus von Charles Addams entworfen, der selbst einige sonderbare Gegenstände sammelte.

Die Familie besteht aus Gomez Addams (John Astin) und seiner Frau Morticia (Carolyn Jones). Die beiden sind ein außergewöhnliches Ehepaar, denn als das erstes Fernseh-Ehepaar der 60er Jahre wurde angedeutet, dass sie ein Sex-Leben haben. Sie sind sehr leidenschaftlich und Gomez entflammt immer wieder aufs Neue für seine Frau. Gomez und Morticia haben zwei Kinder,Wednesday (Lisa Loring) und Pugsley (Ken Weatherwax). Außerdem wohnen noch Onkel Fester (Jackie Coogan), Grandma (Blossom Rock) und das eiskalte Händchen (eine körperlose Hand, die sich bewegen kann, gar eine Art Persönlichkeit entwickelt) in dem großen Anwesen. Auch die Haustiere entsprachen nicht unbedingt der Norm. Es gab Piranhas, einen Löwen und natürlich Spinnen

Auch diese Serie dreht sich um das außergewöhnliche Familienleben und die Komik, die durch die Interaktionen mit den „normalen“ Menschen entstehen. Die Addams können nicht verstehen, wie andere Menschen ihren Lebensstil nicht teilen können.

Leider wurden beide Serien nach nur 2 Staffeln abgesetzt. Ein Grund dafür könnte gewesen sein, dass 1964 immer mehr Serien in Farbe produziert wurden und die Zuschauer ihr Interesse mehr dorthin orientiert haben. Es hat aber auch Vorteile. Man kann beide Serien sehr gut in einem Wochenende durchschauen und spätestens für das nächste Halloween ist das mein fester Plan.

Sarah Binder

Sarah Binder

Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.
Sarah Binder

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