Kritik: SANTA CLARITA DIET – Staffel 2

SANTA CLARITA DIET – Staffel 2

Menschensnacks, Muschelseuchen & Massenmord

Auch in der zweiten Staffel von SANTA CLARITA DIET wird keine Facetten des schwarzen Humors ausgelassen. Im Gegenteil: Es wird härter, blutiger, erbarmungsloser, absurder und viel witziger als noch in den ersten Folgen. Guter Geschmack: nicht vorhanden. Dafür tiefgefrorene Nazis, putzig-unkonventionelle Teenagerliebe und ein nicht enden wollendes Familienchaos.

 

INHALT:

Während der totale Verfall von Sheila (Drew Barrymore) gerade noch durch ein übelriechendes Gebräu verhindert werden konnte, bahnen sich schon die nächsten Probleme an: Die neue asiatische Freundin Ramona (Ramona Young) von Erik (Skyler Gisondo) entpuppt sich als schlimmer Finger. Außerdem sucht die Polizei, allen voran Nachbarin und Polizisten Alondra (Joy Osmanski), nach wie vor nach den vermissten Männern, die Sheila in ihrem Hunger ermordet hat.

Und während Töchterchen Abby (Liv Hewson) zu einem richtigen harten Hund wird und Sheila alles versucht, nicht mehr aufzufallen, scheitert Joel (Timothy Olyphant) in all dem Chaos daran, ein normales Familienleben durchzudrücken. Als dann auch noch klar wird, dass Sheila nicht die einzige ihrer Art ist, beginnen die Ermittlungen nach dem Ursprung der Seuche. Kann die Familie die Erde vor einer Zombieapokalypse retten? Ja, kann Familie Hammond überhaupt sich selbst vor dem Gefängnis schützen?

FAZIT:

Drew Barrymore als Untote Menschenfresserin – das funktioniert auch in Staffel zwei von SANTA CLARITA DIET hervorragend. Die Netflix-Produktion beweist den richtigen Humor in der richtigen Länge. Stramme zehn neue Folgen stehen seit kurzem zur Verfügung. Und die wollen einfach keine Ordnung ins Chaos bringen. Die Familie hechelt, stottert und rast von einem Problem ins Nächste. Gerade Familienvater Joel, fabelhaft bipolar gespielt von Timothy Olyphant, hangelt sich zwischen souveränen Entscheidungen und unsicherem Gemurmel hin und her. Er rettet stets die Situation durch seine ewige Treue zur menschenfressenden Gattin, schafft es aber ebenso konsequent durch sein nervöses Auftreten alle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Ja, das alles bringt eine Menge Spaß und viel Mitleid für die Hammonds mit sich. Wäre da nicht die Tatsache, dass die Familie wirklich schlimme Dinge tut. Es fließt wieder Blut – Menschenblut, und dass nicht zu knapp. Der eigene Humor muss hier also nicht schwarz, sondern eher rot sein. Splatter-Effekte mit derben Witzen verpackt in ein eigentlich langweiliges Vorstadtleben. Diese Mischung passt, ist gar ein satirischer Seitenhieb auf den American Dream of Life.

Die ganze Familie inklusive Nachbarsjunge Erik sind an einem Scheideweg der Veränderung angekommen. Mit ihrem gemeinsamen, dunklen Geheimnis wachsen sie über sich hinaus: Erik wird selbstbewusster, mutiger. Abby entwickelt sich gar zu einer waschechten Aktivistin – wenngleich gerade dieser Handlungsstrang etwas deplatziert und konstruiert wirkt. Sheila muss hingegen akzeptieren, dass ihr neuer Zustand nicht mehr mit ihrem alten Leben vereinbar ist. Und Joel wirkt wir ein unsicherer Anker, der alles wankend zusammenhält. Ohne seine Leidenschaft, sein positives Gemüt, wäre die Familie wohl völlig verloren.

Neben der abwechslungsreichen und unterhaltsamen Figurenentwicklung, findet auch ein Twist in der Haupthandlung statt: Sheila ist nicht die Einzige ihrer Art. Das wirft Fragen auf, denen nachgegangen werden muss. Der Ursprung diese Seuche ist, ohne weiter darauf einzugehen, irre und erfrischend anders – wohlgemerkt ebenfalls ein kleiner Seitenhieb auf die amerikanische Fast Food Kultur. Besonders komisch ist hier auch die überraschende Rückkehr eines körperlosen Sidekicks, der sich herrlich auf einer Vase macht und in den richtigen Momenten den passenden Spruch parat hält.

Insgesamt ist die zweite Staffel eine solide Fortsetzung der Serie, die in ihrem Humor sogar noch einen daraufsetzt. So darf es gerne weitergehen.

Die zweite Staffel von SANTA CLARITA DIET steht seit dem 23.03.2018 auf Netflix zum Abruf bereit.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Netflix

 

Jörg Gottschling

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
Jörg Gottschling

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