THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI (2018)

Eine Frau gegen eine Stadt

Mit THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI Martin McDonagh liefert nach 7 PSYCHOS und BRÜGGE SEHEN … UND STERBEN? ein neues Meisterwerk mit Starbesetzung.

 

INHALT:

Mildred Hayes (Frances McDormand) ist wütend. Vor sieben Monaten wurde ihre Tochter vergewaltigt und ermordet. Es gibt bisher nicht mal einen Verdächtigen. Sie mietet also drei Billboards, dort wo ihre Tochter starb, an einer Straße, die schon lange keine Bedeutung mehr hat. Damit blamiert sie die Polizei von Ebbing, Missouri, allen voran Sheriff Willoughby (Woody Harrelson) und macht sie sich keine Freunde – weder bei der Polizei noch in ihrer eigenen Familie.

Ein Kleinkrieg steht bevor…

FAZIT:

Wo soll ich nur anfangen? Von der Handlung, über die Inszenierung zur Schauspielerei ist THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI nahezu Perfektion.

Da wäre Sam Rockwell, der zunächst als ein strunz-blöder, rassistischer Vollidiot daher kommt, nur um dann noch eine andere Seite an ihm zu eröffnen. Rockwell stürzt sich immer wieder in die Rollen der verhassten Nebencharakter, sei es in PER ANHALTER DURCH DIE GALAXIS, oder auch THE GREEN MILE. Er verkörpert die überheblichen Figuren so großartig und lässt immer wieder durchblitzen, dass mehr hinter dem Ganzen steckt.

Dann haben wir Woody Harrelson als Sheriff Willoughby. Harrelson hat so viele Gesichter (THE HUNGER GAMES/ FRIENDS WITH BENEFIT/ ZOMBIELAND) und jedes einzelne ist grandios. Wir wollen in ihm als Zuschauer zunächst als faulen Polizisten abstempeln, der nicht genug getan hat, müssen aber dann doch anerkennen, dass jede Geschichte zwei Seiten hat. Er ist reflektiert und weiß, wie die Polizei ist. „Wenn wir alle rassistischen Polizisten entlassen würden, blieben drei übrig, und die hätten was gegen Schwule.“ Und dann haben wir bei ihm noch die Ebene seiner eigenen Krankheit, die er stoisch hinnimmt.

Aber allen voran steht natürlich Frances McDormand. Sie flucht und kämpft sich durch den Film, ohne Rücksicht auf Verluste. Sie sagt was sie denkt, absolut ohne Filter. Zu Beginn des Films ist sie für eine kurze Zeit Sympathieträgerin, aber so wie die Handlung voranschreitet, ist man sich da nicht mehr so sicher. Und wie sie meinen geliebten Peter Dinklage behandelt, finde ich absolut nicht ok.

Drehbuch und Handlung haben so viele Drehungen und Wendungen, dass ich während des Films irgendwann zu meiner Sitznachbarin gesagt habe: „Ich kann nicht mehr, der Film ist so anstrengend.“ Und am Ende war ich definitiv etwas ausgepowert. Aber auf die beste Art und Weise.

THREE BILLBOARDS OUTISE EBBING, MISSOURI hat mich 115 Minuten lang herausgefordert. Ich musste immer wieder hinterfragen, wem ich in diesem Film Mitgefühl und Sympathie schenke, denn die Bad Guys von den Good Guys zu unterschieden, ist absolut nicht immer einfach. Aber genau das wollen wir doch, oder? Also ich zumindest. Wenn ich genau wissen will, wie ein Film verläuft, habe ich heute eine immense Auswahl an Filmen.

Hier ist es anders. Ein Absolutes Muss und Frances McDormand verdient den Oscar für diese Leistung. THREE BILLBOARDS OUTISE EBBING, MISSOURI läuft seit dem 25.01.2018 in den deutschen Kinos.

von Sarah Binder

Bewertung:

Quelle: Pressematerial 20th Century Fox

Sarah Binder

Sarah Binder

Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.
Sarah Binder

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