SPIDER-MAN: HOMECOMING (2017)

Die gute Spinne aus der Nachbarschaft is back in Town

SPIDER-MAN: HOMECOMING knüpft unmittelbar an die Ereignissen aus CAPTAIN AMERICA: CIVIL WAR an und erzählt die Geschichte aus Sicht von Peter Parker weiter. Dem langweilt sein altes Lebe und er fühlt sich zu höherem berufen. Doch der 15-jährige Held in Ausbildung ist noch nicht so weit. Und so wird aus Spider-Man wieder eine normaler Junge, der sich durch den Highschoolalltag quält und sich ausgerechnet in das hübscheste Mädchen der Schule verguckt. Ein Glück, dass das Böse niemals schläft und der Netzschwinger schon bald seine wahren Qualitäten unter Beweis stellen kann.

INHALT:

Peter Parker (Tom Holland) ist nach dem aufregenden Gefecht zwischen den Helden wieder zurück in seiner Heimatstadt New York. Dort wird er von Tony Stark (Robert Downey Jr.) auf die Ersatzbank gesetzt. Zum Abruf bereit, wartet er wochenlang auf seine nächste große Mission. Doch die kommt nicht. Und sein Ansprechpartner Agent Happy Hogan (Jon Fareau) ist mit dem Umzug des Avengers-Hauptquartier beschäftigt.

Und so dient Parker als freundliche Spinne von nebenan seinen Mitbewohner von New York. Er klärt mühselig Fahrraddiebstähle auf, hilft alten Damen bei der Wegfindung und verliert dabei regelmäßig seinen Rucksack. Als er jedoch einen Bankraub vereitelt und sich über die hochentwickelten Alienwaffen der einfachen Bankräuber wundert, findet er einen Spur zu dem illegalen Waffenlieferanten Adrien Toomes (Michael Keaton).

Gegen den Willen seines Mentors Stark beginnt Peter mit den Ermittlungen und trifft bald auf einen übermächtigen, fliegenden Gegner mit breiten Stahlflügeln, dem der Netz-schwingende Teenager in rot und blau ein Dorn im Auge ist. Aber auch Spider-Man hat seine Probleme mit ihm. Ist der Held wirklich schon bereit für seinen ersten großen Superschurken?

FAZIT:

SPIDER-MAN: HOMECOMING ist eine Mischung aus Coming of Age-Teenagerkomödie und Actionfilm. So lebt Peter Parker bekannterweise ein Doppelleben: Auf der einen Seite ist er ein hochintelligenter Nerd. Auf der anderen Seite ein geheimer Superheld. Beide Leben werden in diesem Film bedient. Der Humor kommt dabei Marvel-typisch ebenso wenig zu kurz, wie der Actionanteil. Im Gegenteil: Der Film ist voll von dummen Sprüchen, ironischen Dialogen und absurden Situationen.

Natürlich dürfen wir uns wieder auf viele Anspielungen auf die anderen Marvelfilme freuen. Ja, es gibt so gar einen versteckten Seitenhieb gegen DC. Denn einer aus der Bande des Geigers heißt Flash und der ist dem Boss manchmal viel zu schnell und zu hektisch. Das Hauptziel des Spotts ist jedoch Captain America, der einstige Anführer der Avengers und die derzeitig meist gesuchte Person der Erde. Mit einem zerstörten Ruf im Gepäck ist er dennoch in wundervoll schlecht produzieren Lehrvideos als strahlendes Vorbild im ganzen Film zugegen.

Schon der Titel SPIDER-MAN: HOMECOMING eine einzige Metaebene. Einerseits kehrt der Held, nach seinem kurzen Ausflug in die weite Welt des MCU wieder zurück in seine Heimatstadt, andererseits aber auch in seine alte Produktionsschmiede Sony Pictures. Diese besitzen nach wie vor die Rechte an der Spinne, X-Men und den Fantastic Four. Gleichzeitig ist Spider-Man mit diesem Solofilm trotzdem und endgültig ein fester Bestandteil von Disneys Marvel-Franchise – wenn auch vorerst nur eine Nebenfigur, die auf ihren großen Augenblick wartet.

Und dieses Motiv zieht sich durch den ganzen Film: Peter wartet. Peter langweilt sich. Peter vertreibt sich die Zeit mit kleinen Heldentaten. Nebenbei ruft er an. Schickt Nachrichten und wartet ein Mal mehr auf einen Rückruf. Nichts tut sich. Erst als sie Spider-Man mit den „Geier“, der im übrigen im Film nie so genannt wird, anlegt, erhält er wieder die Aufmerksamkeit seines Mentors. Der reagiert wie ein strenger Vater und verbietet Peter diese gefährlich Konfrontation.

Diese rührend-komische Vater-Sohn-Beziehung zwischen dem weltmännischen unnahbaren Tony Stark und dem unsicheren, hoch-intelligenten Peter Parker ist eine Adaption der Animationsserie THE ULTIMATIVE SPIDER-MAN und macht in all seiner Dynamik wunderbar Spaß.

In dieser Serie taucht auch erstmals die „Damage Control“ auf. Eine staatliche Organisation, welche die Trümmer der globalen Kämpfe beseitigt und die Reste der Alientechnologie, die nach dem „Vorfall“ überall auf der Erde verstreut liegen, sichern. In SPIDER-MAN: HOMECOMING ist die Damage Control ein Katalysator für die bösen Machenschaften des Geiers. Dieser war eigentlich Abrissunternehmer und erhielt einen großen Auftrag, in den er vorab viel investierte. Der Auftrag wurde ihm entzogen und so musste er seine Schulden auf andere Weise loswerden: Er produziert und verkauft gemeinsam mit seinem Team Waffen mit Alientechnologie.

Als kleiner Teaser auf kommende Filme, sei erwähnt, dass der Geier zu den Sinister Six gehört. Eine stets wechselnde, aber immer sechsköpfige Superschurkenbande, die sich gegen Spider-Man verschwört. Zwei weitere Charaktere dieses Teams werden ebenfalls in SPIDER-MAN: HOMECOMING eingeführt: Shocker (Bokeem Woodbine) und der Skorpion (Michael Mando als Mac Gargan). Fehlen nur noch Kraven, Rhino, das Krokodil oder Mysterio, aber in jedem Fall Doc Ock.

Diese Notlage, aus der jener Schurke heraus zu etwas Bösem wird, ist also einmal mehr entstanden, weil die Helden eine falsche, ungerechte Richtung eingeschlagen haben. Damit setzt sich die gesellschaftskritische Ebene, die mittlerweile zum MCU gehört, weiter fort: Die Helden erschaffen ihre eigenen Schurken und sorgen sich selten um Kollateralschäden bei ihren Aktionen. Diese Entwicklung von einem „ehrenwerten Unternehmer“ zum Boss einer illegalen Waffenfabrik zieht gar noch weitere Kreise und spitz sich gegen Ende in ein sehr spannendes, aber leider viel zu kurzes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Parker und Toomes zu. Denn der entpuppt sich als eine Person, die dem Helden doch näher als vermutet steht.

Marvels SPIDER-MAN: HOMECOMING ist ein unterhaltsamer Film geworden, der vor allem das junge Publikum anspricht. Zwar sind einige düstere und ernste Passagen vorhanden. Doch alles in allen ist es eine solide actiongeladenen Coming of Age Story, nach der man sich gerne noch ein weiteres Abenteuer wünscht. Hoffen wir mal, dass uns dieser Wunsch erfüllt wird…

SPIDER-MAN: HOMECOMING läuft seit dem 13.07.2017 im Kino und ist ab dem 23.11.2017 auf DVD und Blu-Ray sowie als Steelbox im im Handel erhältlich.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Marvel/ Sony Pictures 2017

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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