PAPA ANTE PORTAS (1991)

Kinostart: 21.02.1991 | Regie: Loriot

Kurzinhalt:
Heinrich Lohse (Loriot) ist für den An- und Verkauf in einem großen Unternehmen zuständig – und das schon seit Jahrzehnten. Seine Methoden mögen manchmal etwas unkonventionell sein, aber eines ist klar: Er beherrscht seinen Beruf, geht in diesem quasi auf. Was während seiner Arbeitszeit zuhause passiert? Keine Ahnung. Muss er auch gar nicht wissen, denn es läuft ja alles.

Doch das soll sich nun alles ändern. Denn sein Chef versetzt ihn ohne Vorwarnung in den Ruhestand. Nun steht Papa vor der Tür und möchte wieder hinein in den familiären Haushalt. Fest entschlossen, sich ab jetzt um Haus und Hof zu kümmern, übernimmt Heinrich das Kommando. Jedenfalls glaubt er das. Denn eigentlich hat seine Frau Renate (Evelyn Hamann) dort alle unter Kontrolle.

Heinrich muss schnell feststellen, dass er der eigentliche Störfaktor in seinem Heim ist. Und so arbeitet er schwer daran, sich in sein neues Schicksal als Ruheständler einzufinden. Doch das ist für ein Alphatier wie ihn nicht leicht. Eine Ehekrise bahnt sich an. Und dann wäre da auch noch der bevorstehende 80. Geburtstag der Schwiegermutter…

„Ein Mann geht morgens mit der Keule aus dem Haus und begibt sich auf die Jagd“ – so weit, so eingefahren ist das Rollenverständnis von Mann und Frau in diesem Film. Doch während der Mann im Büro das Kopierpapier erlegt, hat sich die Hausfrau emanzipiert: Mit Frau Kleinert sorgt eine Haushälterin schon seit Jahren für die Ordnung im Haushalt. Ehefrau Renate hat hingegen Zeit und Raum für Hobbies und Freundinnen entwickelt. Und Sohnemann Dieter wird allmählich pflüge. Schon irre, da er doch „fast gerade erst geboren wurde“. Nun kommt er jede Woche mit einer neuen Freundin nach Hause. Was er mit dieser treibt? Nebensächlich. Denn in Loriots PAPA ANTE PORTAS befinden wir uns im Haushalt der gehobenen Gesellschaft. Diese ist so über-korrekt wie feinzünglich in ihren Dialogen. Jedes Wort sitzt hier so akkurat wie der väterliche Schlips.

Diese Ordnung wird durch den Ruhestand des Familienvorstands aufgehoben. Feingeistiges Chaos bricht aus, denn nun ist noch eine Person fortwährend zuhause. Und die macht ihr eigenes Ding: Zeitungen sortieren, Jahresvorräte an Senf und Wurzelbürsten erwerben und die alte Putzhilfe Frau Kleinert neu anweisen. Betten werden ab jetzt im Garten gemacht und in den Pausen wird gerne auch mal einen über den Durst getrunken. Wie gut, dass Haushund Wutz sich stets zurückzieht. So bleibt wenigstens ihm erspart, was sich Hausherr Heinrich noch alles ausdenkt.

Loriot PAPA ANTE PORTAS ist ein Meilenstein deutscher Komödien. Kein Film kommt an dieses Werk heran – außer vielleicht noch ÖDIPUSSI. Dennoch: Der Humor ist so trocken, so verklemmt komisch, dass er nicht jedem Zuschauer zusagen wird. Loriot ist eben Loriot. Genialität trifft hier auf Perfektion, und dass in so einer anständig-spießigen Weise, dass die Lachtränen fließen werden.

Quelle: Pressematerial Universum Film

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