Filmkritik: MURPHYS GESETZ

MURPHYS GESETZ (1985)

Bronson hits the streets

Charles Bronson war ab den 60er Jahren einer der führenden Actionstars Hollywoods. Gemeinsam mit Clint Eastwood oder Steve McQueen sorgte der wortkarge Darsteller für einen Kassenschlager nach dem anderen – bis diese Namen in den 80ern von jüngeren Helden wie Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger oder Bruce Willis abgelöst wurden. Einer von Bronsons späteren Filmen – MURPHYS GESETZ – ist jetzt als Mediabook erschienen.

 

INHALT:

Der draufgängerische Polizist Jack Murphy (Charles Bronson) kennt seit sechzehn Jahren Mordkommission nur seine eigenen Gesetze. Doch als seine Frau und deren Liebhaber durch seine Dienstwaffe getötet werden, sprechen alle Indizien gegen ihn. Als vermeintlicher Mörder wird er von seinen Kollegen verhaftet. Ihm gelingt die Flucht, doch leider nicht ohne Anhang: Die Autodiebin Arabella (Kathleen Wilhoite), die mit Handschellen an ihn gefesselt wurde, ist nun unfreiwillig an der Seite des mürrischen Cops. Die Zeit rennt und Murphy kennt nur noch ein Ziel: Den wahren Mörder zu finden.

FAZIT:

Wie eingangs erwähnt, gehörte Charles Bronson vor etwas mehr als 40 Jahren zu den ganz großen Namen Hollywoods. Während sich sein Äquivalent Clint Eastwood mit dem Alter der Regie zuwandte und damit anspruchsvollere Themen suchte, blieb Bronson bis in die späten 80ern seiner Rolle treu: Der wortkarge, mürrische Cop, der sich stets stur seinen Weg durch Korruption und Ungerechtigkeit kämpft.

Auch privat galt Bronson als unnahbar und verschlossen, weshalb Kritiker sogar oftmals erwähnen, dass er kein besonders guter Schauspieler war, spielte er stets dieselbe Rolle ohne höheren Anspruch und der gleichen Mimik.

Eins ist aber gewiss: Bronsons Legende tat das keinem Abbruch, und bis heute ist seine Beliebtheit nie gesunken. Auch nach seinem Tod im Jahr 2003 werden seine Filme sogar vermehrt im Fernsehen gezeigt, seine frühe Rolle im Klassiker SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD gilt bis heute als eine der Besten im Westengenre.

Capelight hat nun einen seiner Cannon-Filme – die Produktionsfirma drehte in den 80ern Actionfilme am Fließband – neu aufgelegt. Mit dem heutigen Auge fällt stark auf, dass Bronson hier bereits seine beste Zeit hinter sich hat, aber mit großer Spielfreude seine Arbeit erledigt. Weit über 60 Jahre alt, gibt er routiniert den Polizisten, der sich seine eigenen Gesetze auf den Leib geschrieben hat und danach lebt.

Allerdings ist MURPHYS GESETZ deutlich humorvoller als andere Werke Bronsons. Zahlreiche Sprüche und „One Liner“ prägen den Actionthriller, der auch an Blut nicht geizt. Eine gelungene Mischung, wenn man die etwas stumpfe Handlung mal außer Acht lässt. MURPHYS GESETZ ist lupenrein inszeniert, präsentiert eine lustige Anti-Buddy-Geschichte und ist unterhaltsam. Nostalgiker werden großen Spaß mit dem Mediabook haben. Das Bild ist solide aufgearbeitet, die Verpackung macht sich gut im Regal und es gibt Bonusmaterial – was will man(n) mehr?

Man mag über Bronson denken was man will. Man kann aber nicht verleugnen, dass er einer der letzten echten, straighten und ehrlichsten Typen Hollywoods war. Alleine deswegen sollte ihm ein Platz im jeden gut sortierten Filmregal zuteil werden. Vielleicht mit MURPHYS GESETZ.

MURPHYS GESETZ ist am 16.02.2018 als 2-Disc Limited Collectors Edition auf Blu-Ray erschienen.

von Salih Yayar

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Capelight

Salih Yayar

Salih Yayar

Hey, ich bin Salih, 28 Jahre alt, kinosüchtig und Serienfreund. Große Epen, Sci-Fi und Independent sind mein Ding - also eigentlich alles. Und wenn ich nicht gerade über Multimedia oder Politik diskutiere, versuche ich selber mal etwas auf die Leinwand zu zaubern. Meistens kläglich.
Salih Yayar

Letzte Artikel von Salih Yayar (Alle anzeigen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: