MEUTEREI AM SCHLANGENFLUSS (1952)

Ein großer Westernklassiker

In den 1950er Jahre drehten Anthony Mann und James Stewart fünf gemeinsame Western, die bis heute zu dem Besten zählen, was das Westerngenre hervorgebracht hat. MEUTEREI AM SCHLANGENFLUSS ist der zweite Film dieser Zusammenarbeit. Er ist nicht so stark wie WINCHESTER ’73, NACKTE GEWALT und ÜBER DEN TODESPASS, aber er hat durchaus seine Qualitäten und ist (wie auch die gerade genannten Filme) unbedingt sehenswert.

James Stewart spielt, wie in all den fünf Filmen, den eigentlich guten, aber auch mal ungewohnt aggressiven Alleingänger, der Stewarts Gentlemen-Image damals durchbrach. Das Besondere an der jetzt erschienenen Fassung von Koch Media: MEUTEREI AM SCHLANGENFLUSS ist endlich wieder in der originalen Synchro-Fassung zu sehen, in der Jimmy Stewart von Siegmar Schneider gesprochen wird. Außerdem gibt es jetzt auch die deutsche Blu-Ray Erstveröffentlichung.

 

INHALT:

Glyn McLyntock (James Stewart) führt einen Treck von Siedlern in die neuen Gebiete des Westens. Unterwegs verhindert er, dass ein paar Männer Emerson Cole (Arthur Kennedy) hängen, der – wie sich herausstellt – einer der Missouri-Banditen war. Cole schließt sich dem Treck an. In Portland bezahlen die Siedler eine Überfahrt mit dem Schiff für den restlichen Weg. Außerdem kaufen sie Lebensmittel, die in der ersten Septemberwoche zu ihnen geliefert werden sollen.

Die Siedler bauen sich auf ihrem neuen Land eine wunderschöne Heimat auf. Doch bald ist es Mitte Oktober und die dringend benötigten Lebensmittel sind immer noch nicht angekommen. Sollten sie die Siedler nicht bald erreichen, würden sie den Winter nicht überleben. McLyntock und der Treckführer Jeremy Baile (Jay C. Flippen) machen sich auf den Weg nach Portland, um zu sehen, wo das Gekaufte bleibt. Doch dort wurde mittlerweile Gold gefunden und die Preise sind rapide gestiegen. So leicht wird man den Siedlern die Lebensmittel nicht überlassen…

FAZIT:

MEUTEREI AM SCHLANGENFLUSS ist ein großer Westernklassiker. Man findet wohl kaum eine Kritik oder einen Text über den Film, in dem er nicht als „überdurchschnittlicher Western“ gepriesen wird. Und das kommt nicht von ungefähr: Anthony Mann verbindet in diesem Film gekonnt viele großartige Aspekte: Da ist die spannende Story, die einiges an Action und Schießereien, aber auch Tiefgründiges zu bieten hat. Sie behandelt große Themen des Westerns: die Flucht vor der Vergangenheit, der Versuch eines Neuanfangs, Verrat, das Überwinden der Natur, natürlich das Vorpreschen eines Siedlertrecks in den Westen und schlicht und einfach: Menschlichkeit.

Außerdem tragen James Stewart und Arthur Kennedy durch ihr großartiges Schauspiel enorm dazu bei, dass MEUTEREI AM SCHLANGENFLUSS großes Filmvergnügen ist. Ihr Zwiespalt zwischen Gaunerei und Ehrlichkeit wird immer wieder in ihren Gesichtern deutlich, doch nie ist man sicher, was den Kampf gewinnt. Mann nutzt diese ausdrucksstarken Männer in seinem Film hervorragend und lässt sie immer wieder gegen sich selbst und gegen die Natur antreten. Er setzt sowieso die Landschaft immer wieder als zentralen Teil seiner Geschichte in Szene, lässt die Männer entweder in ihr Deckung suchen oder sich in ihrer Wildheit verlieren. Alles ist stimmig in diesem Film – zu viele tolle Szenen und Einfälle, als dass man sie jetzt alle hier aufzählen könnte.

Kritik an diesem Westernklassiker zu äußern, wie etwa so manche Naivität an der ein oder anderen Stelle – das wäre Meckern auf für einen Western hohem Niveau.

MEUTEREI AM SCHLANGENFLUSS erschien am 10.08.2017 auf Blu-Ray und DVD. Die Extras bestehen aus dem Trailer, einer Bildergalerie und Artworks.

von Benjamin Wirtz

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Koch Media 2017

Benjamin Wirtz

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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