DIE TRIBUTE VON PANEM – MOCKINGJAY Teil 1

Gestutzte Flüge

Im Jahr 2012 kam der erste Teil der HUNGER GAMES-Reihe in die Kinos, der mit seiner interessanten Story und der erschreckenden Darstellung moderner Gladiatorenkämpfe zu begeistern wusste. Wie es bei aktuellen Buchverfilmungen mittlerweile üblich ist, wird das Finale meist in zwei Filme aufgeteilt und so ist es auch hier. Ob es auch bei TRIBUTE VON PANEM – MOCKINGJAY Teil 1 sinnvoll war, das letzte Buch aufzuteilen, erfahrt ihr jetzt.

INHALT:
Nachdem Katniss (Jennifer Lawrence) erfahren musste, dass ihr Heimat-Distrikt 12 vollständig zerstört wurde, begibt sie sich dorthin, um die Ausmaße selbst in Augenschein zu nehmen. Bis auf die Unterkünfte für die Sieger der Spiele wurde der gesamte Bezirk von der Regierung in Schutt und Asche gelegt, allein der Familienkater Butterblume hat überlebt. Katniss bringt das Tier in ihr neues Zuhause: Distrikt 13. Dessen Bewohner leben im Untergrund, besitzen Kernwaffen und stehen der Regierung feindlich gegenüber.

Katniss ist noch immer das Gesicht der Revolution, der auch ihr Freund Gale Hawthorne (Liam Hemsworth) angehört. Sie weigert sich aber anfänglich, an Propaganda-Aktionen für den Aufstand teilzunehmen, da sie um das Leben von Peeta (Josh Hutcherson) fürchtet. Der wird von der Regierung als Lockvogel eingesetzt und warnt in einer Sondersendung die Revolutionäre vor einem Militärschlag, sollten sich die Rebellen nicht ergeben. Auf das Versprechen hin, dass Peeta im Falle eines Sieges nicht bestraft wird und sie den Präsidenten des Kapitols selbst töten darf, willigt Katniss schließlich doch ein, den Revolutionären zu helfen…

FAZIT:
Die Ereignisse in MOCKINGJAY Teil 1 spitzen sich also zu und Katniss und ihre Gefolgschaft wollen das Kapitol stürzen und Frieden in den dreizehn Distrikten einkehren lassen. Da es aber leider nur der erste von zwei Teilen ist, muss man also die Story strecken, um ein 4 Stunden Filmerlebnis zu garantieren und hier liegt auch der Hund begraben.

Es wird zwar hier und da ein wenig Drama gezeigt. Beispielsweise wird thematisiert, wie die Distrikte unter der Revolte gegen das Kapitol leiden müssen. Doch der Kerninhalt von MOCKINGJAY Teil 1 würde wirklich mehr als locker in höchstens eine Stunde Film passen. Von daher werden Erinnerungen aus CATCHING FIRE noch einmal aufgefrischt und es gibt ständige Wiederholungen und belanglose Parts soweit das Auge reicht. Dies zieht sich dann auch durch den ganzen Film und wird leider auch nicht durch toll inszenierte Actionsequenzen oder dergleichen aufgelockert. Damit bietet der Film keine Abwechslung und schafft es auch nicht seine Spannung aufrecht zu erhalten. Zweifellos ein Problem, dass dem sich der Film durch die konstruierte Zweiteilung fügen muss.

Der Anfang und das Ende von DIE TRIBUTE VON PANEM – MOCKINGJAY Teil 1 sind demnach sehenswert, doch der wirklich extrem zähe Mittelteil macht in keiner Weise Spaß und ist gähnend langweilig, da die Story stagniert. Hätte man beide Teile einfach zu einem Film zusammengefasst, der dann vielleicht drei Stunden Länge hätte, wäre die Sache mit Sicherheit viel runder gewesen. Doch dann hätte man ja nicht den doppelten Eintrittspreis nehmen können, und so ist es einfach nur sehr dreist diesen Film auch noch im TV und im Internet derart zu bewerben und zu hypen.

Da hilft dann auch nicht die Tatsache, dass der Film technisch sehr gut gemacht ist sowie tolle Landschaftsaufnahmen und ein gute Animationen zeigt. Davon gibt es leider viel zu wenig und nur Gerede wirkt auf die Dauer einfach sehr ermüdend.

Schauspielerisch stechen vor allem Jennifer Lawrence und der leider verstorbene Philip Seymour Hoffman heraus, der Rest ist recht solide. Nur Woody Harrelson hätte man auch ruhig herauslassen können. Denn er trägt wirklich überhaupt nicht zur Story bei, obwohl der Charakter Haymitch vorher ziemlich präsent war.

Dem Spotttölpel sind in DIE TRIBUTE VON PANEM – MOCKINGJAY Teil 1 aber mal gehörig die Flügel gestutzt worden und der Film plätschert nur so vor sich hin. Wer auf eine genaue (und diesem Fall langweilige) Verfilmung der ersten Hälfte des Buches hofft, dem wird der Film sicherlich gefallen. Für alle anderen reicht definitiv der Griff zur später erscheinenden Blu-Ray.

Heute (20.11.2014) startet DIE TRIBUTE VON PANEM – MOCKINGJAY Teil 1 in den deutschen Kinos.

von Tobias Dute

Bewertung:

 

Quelle: Pressematerial StudioCanal 2014

 

Tobias Dute

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Hey, ich bin Tobi, 25 Jahre alt und ein riesen Scifi- und Fantasyfan, doch auch Disneyfilme finde ich echt klasse. Und damit ihr meine Begeisterung auch irgendwann einmal teilt, teile ich meine Kritiken und Neuigkeiten aus Hollywood mit euch!
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2 Gedanken zu „DIE TRIBUTE VON PANEM – MOCKINGJAY Teil 1

  1. Ganz ehrlich, diese Kritik ist bullshit.

    Hält sich ein Film nicht an die Buchvorlage, wird genau das immer scharf kritisiert. Jetzt gibt es mit ‚Die Tribute von Panem‘ endlich mal einen Film der exakt der Buchvorlage entspricht und dann wird genau das bemängelt. So etwas regt einfach auf. Hätte sich der Verfasser einmal mit den Büchern beschäftigt, wüsste er wie wichtig das alles für den weiteren Verlauf des Films ist. Hätte man die Gespräche und „langatmige“ Szenen weggelassen, würde der Zuschauer später einiges nicht verstehen. Es ist durchaus gerechtfertigt dass aus dem dritten Buch, zwei Filme gemacht wurden. Dies versteht man allerdings nicht, wenn man sich nicht mit dem Thema befasst und den Film nur oberflächlich betrachtet.

    • Vielen Dank für Deine Kritik an der Kritik. Mit Sicherheit ist es gerade bei Romanverfilmungen schwierig dem Roman gerecht zu werden. Noch schwerer fällt es wohl den Kritikern, sich dann mit dem Film auseinander zu setzen, wenn man den Hintergrund durch die Romane nicht wirklich hat. Leider bleibt dem Filmkritiker dann nichts anders übrig, als nur den Film für sich seperat zu betrachten. Und für sich alleine hat der Film nun mal seine Längen. Auch ein Problem, den der vorletzte HARRY POTTER-Film hatte.
      Aber natürlich hast Du mit Deiner Aussage recht, dass auch diese „langatmigen“ Szenen von der Vorlage her ihre Berechtigung für die Geschichte haben. Von ihrem reinen Unterhaltungswert her verlangsamen Sie jedoch den Film – aber das ist nur unsere subjektive Meinung. Wenn wir Dir damit sauer aufgestoßen sind, dann tut uns das natürlich leid. Aber das schöne an Kritiken ist ja, dass jeder seine Meinung vertreten darf.

      Und natürlich sind wir jederzeit offen für eine Diskussion, wenn Eure Meinung mit unserer auseinandergeht. 🙂

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