PLANES (2013)

Im Sturzflug um die Welt.

INHALT:

Sprühflieger Dusty Croophopper träumt von einer Rennfliegerkarriere abseits weiter Erntefelder. Verhöhnt von der Konkurrenz überrascht er bei einem ersten Wettkampf alle durch seine verbissenen Kampfgeist und landet am Ende nur knapp hinter den Anforderungen auf Platz 6. Durch einen Dopingnachweis des Fünftplatzierten qualifiziert sich Dusty letztendlich doch für das große Rennen.

Um wirklich eine Chance zu haben, trainiert der Fliegerveteran Skipper, der selber nie wieder in die Lüfte steigen wird, Dusty im fliegen. So landet der Außenseiter in einem Rennen um die Welt, das dem kleinen Flugzeug viel abverlangt und an die Grenzen seinen Flugkönnens bringt. Wird er sich trotzdem in dem Feld aus Flugassen behaupten können…

FAZIT:

Eine bekannte, beliebte Story from Zero to hero erwartet den Zuschauer in PLANES. Kein Wunder, denn ein Kind versteht diese Story in jedem Alter, zeigt sie doch, dass jeder sein Träume nicht im Himmel suchen muss, sondern hoch hinaus zu ihnen düsen kann. Leider schwächeln diesmal die gute Ideen an vielen Ecken und Enden:

Was sich am Anfang wie eine Hommage an TOP GUN und die Flugkunst anfühlt, wird zu einem Klischee-Flug um die Welt. PLANES baut keinen Spannungsbogen auf und startet in all seiner Beiläufigkeit so schnell in die Story, dass die notdürftig geschürten Konflikte zwischen dem Helden und seinen Konkurrenten am Zuschauer vorbeifliegen, ohne dass sie die Chance haben in einer besonderen Art haften zu bleiben.

National Metallstereotypen mit klischeehaften Akzenten treffen in einem sinnfreien Wettbewerb über den König der Lüfte zusammen, um den menschlichen Traum vom Fliegen abzufeiern. Bayrische Autokapellen symbolisieren deutsche Feierlust und spanische Flieger mimen erneut schnulzige Casanovas, während indische Traktoren als heilig angesehen werden. Pixar kreierte eine eigene Welt mit netten Ideen und vielen logischen Fehlern.

Irgendwie fehlt sowohl die Emotionalität von Pixar als auch der Zauber von Disney, um PLANES zu einem besonderen Werk werden zu lassen. Wenn auch der Versuch unternommen wurde, alte Kriegstrauma aufleben zu lassen, so besticht PLANES in seinem nicht müde werdenden Bestreben plakative Gefühle zu erzeugen, die weder Kind noch Kegel eingängig nachvollziehen können. Etwas zu technische Dialoge zeugen zwar von einer gewohnt überragenden Vorbereitung der Filmschmiede auf ihre Themen, verwirren jedoch mehr, als das sie den Zuschauer Freuden bieten, wenn man nicht selber gerade mit dem Thema „Fliegen“ vertraut ist.

Der Filmaffe gibt es zu: CARS war nicht sein Fall und auch PLANES wird niemals die persönlichen Top 10 der Pixar-Filme erreichen. Die blitzeblank-geputzte, heile Flugzeug-Auto-Welt, in der Passagierflugzeuge scheinbar nichts transportieren und Felder – ja, für wen eigentlich – bestellt werden, ist irgendwie unlogisch, wenn man das über einen fiktionalen Film für Kinder sagen darf und kann.

Aber solange die Kinder ihre Freude, und das werden sie auf jeden Fall, daran haben, ist nichts gegen PLANES einzuwenden. Fakt ist jedoch: In der Disney-Filmriege gibt es Filme die wertvoller und sehenswerter sind – wie zum Beispiel Disneys neustes Wintermärchen DIE EISKÖNIGIN, das eine lange Zeit brachliegende Tradition von Disney-Cartoonmärchen erfolgreich wiederbelebt hat.

Seit gestern (09.01.2014) ist Disney & Pixars PLANES auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich. Zusätzlich zum Hauptfilm beinhaltet das Gesamtprodukt noch kleine, witzige Clips zu den PLANES-Charakteren, ein Making-Of und ein französischer Micky Maus Cartoon.

Von Jörg Gottschling

Bewertung:

© Disney 2014

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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