INSIDE LLEWYN DAVIS (2013)

Folkmusiker mit Katze.

 

INHALT:

1961: Der Folkmusiker Llewyn Davis (Oascar Isaac) träumt von dem großen Durchbruch. Doch der Erfolg lässt auf sich warten. Von der Hand in den Mund lebend, tingelt er von einem kleinen Gig zum nächsten. Ebenso schwankend wie seine Karriere, ist auch sein restliches Leben. Jeden Tag sucht er nach einer neuen Unterkunft und pumpt sich Geld von seinen Freunden.

Seine Gefühle drückt er durch seine Musik aus. Außerhalb der Noten ist er jedoch ein zynischer Pessimist. Llewyn lebt für die Musik und eckt dadurch an. Untalentierte Musiker, die nichts zu erzählen haben, verachtet er und lässt es sie auch deutlich spüren. Nebenbei holt ihn die Realität ein: Sein Verhältnis zu seinen Eltern ist schwierig, er wird plötzlich Katzenbesitzer wider Willen und eine Freundin von ihm ist schwanger. Das Problem daran ist, dass sie nicht weiß, ob das Kind von Llewyn oder von ihrem Mann ist…

FAZIT:

Noel und Ethan Coen (THE BIG LEBOWSKI; 1998/ TRUE GRIT; 2010) verstehen es eine dichte Atmosphäre und interessante Charaktere zu erzeugen, ohne dabei die Story aus den Augen zu verlieren. In INSIDE LLEWYN DAVIS bleiben die beiden ihrem Stil treu, wenn gleich die Story an sich weder innovativ noch besonders ist. Aber sie funktioniert für das Gesamtwerk sehr gut und passt zur Thematik des einsamen, flatterhaften Wanderers, der die Welt durch die Musik bewegen möchte. 

Der wahren Hauptdarsteller ist die Musik. Folk-Legende T-Bone Burnett, der schon mit Bob Dylan zusammen auf Tour war, produzierte die Musik für INSIDE LLEWYN DAVIS, die unter anderem von Marcus Munford mit-komponiert wurde. Auch im Biopic WALK THE LINE (2005) war Burnett für die Musik verantwortlich und konnte seine Erfahrungen in den Film mit einbringen.

John Goodman, kaum wieder zu erkennen, flucht sympathisch aus allen Rohren. Seine Rolle wäre jedoch genauso ausbaufähig gewesen, wie die von Llewyn Davis selbst. Denn der Film, der INSIDE LLEWYN DAVIS heißt, verrät ziemlich wenig über die Gedanken eines Folk-Musikers. Und doch überzeugt jeder einzelne Charakter. Gute, glaubwürdige Dialoge, die sich nahe am Boden der Realität befinden, und ein Blick für packende Bilder setzen INSIDE LLEYN DAVIS vom Hollywood-Mainstream ab.

Wer ein wenig mehr Geld investieren möchte, der sollte einen Blick auf die Special Edition von INSIDE LLEYWN DAVID werfen. Denn als Bonus gibt es die, im September 2013 in der New York City Hall aufgenommene Dokumentation ANOTHER DAY/ ANOTHER TIME. Unter der Regie von Christopher Wilcha fand ein Konzert als Hommage an die Folkära statt, in dem neben „Llewyn Davis“- Darsteller Oscar Isaac, unter anderem Rocklegende Patti Smith, Joan Baez, Jack White und Mumford & Sons Sänger Marcus Mumford, sowie T-Bone Burnett zu sehen und hören sind.

Enge Flure und kleine Bruchbuden. Das Leben der Folkmusiker abseits der Musik ist noch härter, als sie es in Ihren Songs beschreiben. INSIDE LLEWYN DAVIS ist eine Momentaufnahme einer melancholischen Szene. Sie zu verstehen, ist schwer und bedarf eines bestimmten Lebensgefühls. Und doch spricht der Folk aus der Seele des Menschen. So ist trotz aller Wendungen im Leben das Ende irgendwie immer wie der Anfang: Ein kurzer, vergänglicher Augenblick des Scheiterns.

Auch wenn der Vergleich in manchen Punkten hinken mag, so werden Fans von ruhiger, tiefsinniger Folk-Musik und bewegenden Filmen, wie ONCE (2006) oder WALK THE LINE (2005), auch an INSIDE LLEWYN DAVIS ihr Freude haben.

 Seit dem 10.04.2014 ist INSIDE LLEWYN DAVIS auf Blu-Ray und DVD im Handel erhältlich. Die Special Edition beinhaltet neben dem 105 Minuten langen Hauptfilm, ein 43-minütiges Making-Of und die mehr als sehenswerte Dokumentation ANOTHER DAY/ ANOTHER TIME (2013).

 Von Jörg Gottschling

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Studio Cannal 2014

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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