FRANK (2015)

Etwas verkopft

 

INHALT:

Jon (Domhnall Gleeson) ist ein einfacher junger Mann, der nur zu gerne ein großartiger Musiker wäre. Seine Songs schaffen es jedoch nicht Tiefe zu bekommen, weil er einfach alles zusammenwurstelt, was ihm in den Kopf kommt. Die Band Soronprfbs hingegen, besteht aus einer sehr verrückten Truppe Musikern. Allen voran der Bandleader Frank (Michael Fassbender), bei dem alles Tiefe hat. Sein Kopf steckt rund um die Uhr in einem großen Kopf aus Pappmaché, der ihn vor der Welt beschützen soll. Durch Zufall gerät Jon in die Band und macht sich mit ihnen auf, in einem sehr abgelegenen Haus, ihr Album aufzunehmen. 

Dabei bewundert er den künstlerischen Geist Franks. Davon überzeugt, dass die Band mehr erreichen kann und von mehr Menschen gesehen werden muss, stellt er zahlreiche Videos online und twittert, um so Aufmerksamkeit zu bekommen. Er schafft es schließlich einen großen Auftritt an Land zu ziehen, aber damit beginnen die Probleme erst.

FAZIT:

FRANK ist mit absoluter Sicherheit der verrückteste Musikfilm, den ich jemals gesehen habe. Man muss bereit sein, sich auf die abgedrehte Handlung und die verrückten Charaktere einzulassen. Wenn man das geschafft hat, kann man beginnen in den Film einzutauchen.

Der Charakter Frank, gespielt von Michael Fassbender (SLOW WEST; 2015), basiert lose auf der Kunstfigur Frank Sidebottom, die von dem britischen Komiker und Musiker Chris Sievey kreiert wurde. Dieser absolvierte zahlreiche Auftritte als Frank und trug dabei immer den Kopf. Da es sich dabei aber lediglich um eine Figur handelte, glaube ich, dass der Aspekt der psychischen Störung von Frank, hinzugefügt wurde. Michael Fassbender spielt Frank grandios, es ist kaum zu glauben, dass dieser äußerst erfolgreiche Schauspieler sein Gesicht fast den ganzen Film hindurch versteckt.

Der Charakter Jon war mir, neben Frank natürlich, zu Beginn sehr sympathisch und ich konnte nicht verstehen, warum die übrigen Bandmitglieder wie Clara, gespielt von Maggie Gyllenhaal (SECRETARY; 2002/ UM KLASSEN BESSER; 2012/ Post to Post Links II error: No post found with slug "white-house-dawn-2013"; 2013), so respektlos und unfreundlich ihm gegenüber waren. Gegen Ende des Films drehte sich diese Empfindung für mich und ich mochte ihn immer weniger. Im Nachhinein betrachtet, liegt das daran, dass er nicht in die Band passte. Als Musiker ist man leider häufig gezwungen, zwischen Kunst und Kommerz entscheiden zu müssen. Jon wollte Erfolg haben und endlich für seine Musik gefeiert werden. Er war dafür aber auch bereit, die Musik zu Gunsten des Erfolgs Mainstream-tauglicher zu machen. Die anderen Bandmitglieder wollten ihre Kunst ausdrücken und dabei war ihnen egal, ob einer oder 100 Menschen zu hören. Bei Frank bin ich mir nicht ganz sicher. Er wollte sich ausdrücken aber die Chance, dass eine große Menge Menschen ihn mögen, wollte er sich auch nicht entgehen lassen. Dieser Spannung ist Frank jedoch nicht gewachsen.

Auch die Musik, wenn sie denn dann wirklich mal welche mache, ist eigentlich ziemlich cool. In FRANK liegt der Fokus jedoch mehr auf den Charakteren und der Handlung, als auf dem Wiedergeben von Songs.

FRANK ist ein großartiger Musikfilm, den jeder Musikfilmliebhaber mal gesehen haben muss. Aber, wie bereits zu Beginn gesagt, man muss sich drauf einlassen. Es gibt zahlreiche Momente der Komik, Frank fällt gelegentlich in den Slapstick, weil sein Kopf zu klobig ist, aber genauso zahlreich sind die Momente des Dramas, wenn der Film Themen wie Tod und psychische Krankheiten behandelt. Absolut sehenswert.

Ab dem 30.10.2015 ist FRANK auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

von Sarah Binder

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Weltkino Filmverleih 2015

Produkte von Amazon.de

Merken

Sarah Binder

Sarah Binder

Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.
Sarah Binder

Letzte Artikel von Sarah Binder (Alle anzeigen)

Comments

comments

Ein Gedanke zu „FRANK (2015)

  1. FRANK war für mich wirklich eine Überraschung. Ich hatte zwar im Vorfeld schon viele positive Kommentare gelesen, aber habe nicht mehr damit gerechnet, dass diese Indieperle tatsächlich noch den Weg in die deutschen Kinos schafft. Aber diese abgedrehte Story ist einfach der Wahnsinn. Im wahrsten Sinne des Wortes. Es dauert eine Weile bis man sich auf die Truppe und deren Musikstil einlässt, aber dann wird es einfach nur komisch. Ich habe mir ein paar Lieder vom Soundtrack runtergeladen und ich könnte mich jedes Mal wegkugeln.

    Mir ging es nicht so, dass ich Jon irgendwann unsympathisch fand. Er repräsentiert am ehesten das Alter Ego des Zuschauers, der sich das ganze Treiben ansieht und versucht, das Beste draus zu machen. Daher ist es auch konsequent, dass Jon am Filmende die Gruppe wieder verlässt.

    Hier meine Review: https://filmkompass.wordpress.com/2015/09/21/frank-omu-2014/

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: