DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN (2015)

Nichts für Kinder

Drei Geschichten aus drei benachbarten Königreichen, die unterschiedlicher nicht sein können. Eines ist jedoch klar. Grausamkeit und Zauber liegen in DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN nah beieinander.

INHALT:

Die Königin von Longtrellis (Salma Hayek) kann sich an nichts erfreuen, denn die Tatsache, dass sie kinderlos ist, bricht ihr das Herz. Um endlich Mutter zu werden, ist sie bereit alles zu tun. Der König würde ihr diesen Wunsch nur zu gerne erfüllen. Eines Tages kommt ein Mann und verspricht die Lösung. Die beiden müssten sich aber im Klaren darüber sein, dass der Beginn eines Lebens das Ende eines anderen Lebens erfordert. Doch davon lässt sich die Königin nicht abschrecken.

Im Königreich Strongcliff ist der lüsterne König (Vincent Cassel) so besessen von der Stimme einer Frau, dass er nicht merkt, dass es sich bei ihr um eine Greisin handelt. Das und der Wunsch der Frau nach Jugend, ist eine gefährliche Kombination.

Der König von Highhills (Toby Jones) hat eine wunderschöne und talentierte Tochter, doch er verbringt seine Zeit lieber damit, einen Floh auf die Größe eines Kleinwagens zu züchten. Die Liebe zu dem Tier stürzt seine Tochter schließlich in ihr Unglück.

Alle Geschichten stehen unabhängig voneinander, die Vertreter der Königreiche treffen nur zu Anlässen wie Krönungszeremonien aufeinander.

FAZIT:

Wie der Titel schon sagt, dieses Märchen ist sicher nichts für Kinder. Die Geschichte basiert auf dem Werk „Pentamerone“ des neapolitanischen Barock-Autors Giambattista Basile, der schon die Gebrüder Grimm inspirierte.

Grauen, Ekel und Zauber liegen hier sehr nah zusammen. So stoßen wir gerade in der Geschichte um das Königreich Strongcliff auf einige Post-Orgien Szenerien oder wir schauen der Königin von Longtrellis dabei zu, wie sie das Herz eines Seemonsters verspeist.

Regisseur Matteo Garrone erschuf ein Märchenepos, der fernab von Disney verzaubert und bereits während der Filmfestspiele in Cannes überzeugte. Die Erzählstruktur in jeder einzelnen Geschichte ist linear und verläuft parallel, der Zuschauer springt jedoch zwischen den Königreichen hin und her.

Was unterscheidet dieses Märchen also von seinen Vorgängern. Zunächst einmal die Herkunft. Drei Geschichten wurden aus dem 50 Geschichten umfassenden Werk gewählt, das zwar viele inspiriert hat, aber noch nicht in Filmmaterial umgewandelt wurde. Was die Geschichten ausmacht, ist ihre Unvorhersehbarkeit. Während die meisten Märchen immer gleich gestrickt sind, kann DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN immer wieder überraschen.

Bildtechnisch wurde ich ebenfalls überzeugt. Garrone zeichnet eine fantastische Welt, die es aber nicht übertreibt, denn wir befinden uns hier eben nicht bei CINDERELLA, sondern in einer düsteren Welt mit Orks und Seemonstern. So widerlich der Anblick, die Bildkomposition der Szene in der Salma Hayek komplett in Schwarz in ihrem weißen Zimmer das blutige Seemonsterherz isst, wirkt einfach großartig.

Einziger Minuspunkt liegt in der Sprache. Obwohl jede Rolle für sich sehr gut besetzt wurde, ist das Akzente-Wirrwarr der englischen, französischen, amerikanischen und italienischen Schauspieler, die aber alle aus einer Welt stammen sollen, etwas anstrengend. In der deutschen Synchronisation macht das aber natürlich nichts und ist auch so nur Jammern auf hohem Niveau.

DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN ist ein absolut sehenswerter, verzaubernder, verstörender Film, der ab dem 10.03.2016 als DVD, Blu-ray und VoD erhältlich ist.

von Sarah Binder

Bewertung:

 

Quelle: Pressematerial Concorde Home Entertainment 2015

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Sarah Binder

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Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.
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