10 MILLIARDEN – WIE WERDEN WIR ALLE SATT? (2015)

Was auf die Menschheit zukommt

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Die Weltbevölkerung wächst unaufhaltsam weiter. In 40 Jahren werden 10 Milliarden Menschen auf unserem Planeten leben. Gibt es auf der Welt genug Lebensmittel für so viele Menschen, wenn doch jetzt schon in vielen Teilen der Welt Nahrungsmangel herrscht? Dieser Frage geht der Dokumentarfilm 10 MILLIARDEN – WIE WERDEN WIR ALLE SATT? nach. Wie sollen in Zukunft alle Menschen mit Nahrung versorgt werden? Wie sollen die Lebensmittel für eine solche Masse an Menschen reichen?

INHALT:
Dies ist also die schon im Titel genannte Frage, die es im Film zu klären gilt. Der Regisseur Valentin Thurn, der vor allem mit TASTE THE WASTE (2011) auf sich aufmerksam gemacht hat, reist quer durch die Welt und betrachtet verschiedenste Methoden und Projekte, von denen geglaubt wird, dass sie eine Antwort auf die Frage geben können. Zunächst werden Projekte der Gentechnik (bei Pflanzen und Fischen) und Hybridforschung, künstliche Düngemittel für Pflanzen oder eine Pflanzenfabrik als Lösungsvorschläge aufgezeigt, die jeweils von großen Konzernen vertreten werden. Danach werden Methoden der Bio-Bauern, Kleinlandwirte oder kleinen Gemeinden vorgestellt. Valentin Thurn untersucht alle Projekte auf ihre Nützlichkeit und Nachhaltigkeit hin.

 

FAZIT:
Valentin Thurn geht in seinem Dokumentarfilm sehr geordnet vor. Zuerst lässt er das jeweilige Projekt und dessen Potential von den Verantwortlichen vorstellen. Anschließend kommentiert er es aus dem Off, widerlegt Behauptungen und Argumente oder bekräftigt diese – je nachdem wie nachhaltig, fair und sinnvoll ihm diese Methoden erscheinen. Besonders spürt man dabei sein Misstrauen gegen die großen Konzerne, das er öfters – direkt oder indirekt – betont. Das Ganze inszeniert er mit einer ungehetzten Ruhe.

Das meiste, was man in 10 MILLARDEN erfährt, dürfte denjenigen, die an dem Thema interessiert sind, bekannt sein: etwa die unkalkulierbaren Gefahren der Gentechnik, die schreckliche Massentierhaltungen (und tatsächlich sind in 10 MILLARDEN die Bilder aus der indischen Geflügelfabrik „Suguna Chicken“ schockierend und widerlich) oder die Enteignung von Kleinbauern, zugunsten der Großunternehmen. Auch wenn diese Themen wichtig und oft tragisch sind – in diesem Film erfährt man darüber doch nicht mehr als man schon aus gängigen WDR-Dokumentationen kennt. Dafür bekommt der Zuschauer vom Sprecher umso mehr ein schlechtes Gewissen eingeredet, da er sein Konsumverhalten wahrscheinlich im Alltag nicht genug reflektiert.

Viele Projekte speist 10 MILLARDEN schnell ab, weil sie zu teuer, zu gefährlich oder nicht nachhaltig genug sind. Es ist erstaunlich, dass der Film sich dem offensichtlichen Problem der Titelfrage erst ab etwa der Mitte zuwendet: Nämlich dass der Hunger in der Welt nicht wegen zu wenig vorhandener Lebensmittel existiert, sondern aufgrund von Armut und Logistikproblemen. Auch wenn die vorher gezeigte Pflanzenfabrik in Japan, die Salat ganz ohne Erde herstellt, faszinierend sein mag – jetzt erst werden die Projekte vorgestellt, die richtig interessant und für die Eingangsfrage zielführend sind: Solche, wo Menschen – und zwar überall auf der Welt – allein oder in Gemeinschaften selbst landwirtschaftlich aktiv werden – wenn etwa mehrere Privat-Haushalte einen landwirtschaftlichen Betrieb finanzieren, oder sich Privatpersonen öffentliche Flächen zunutze machen, indem sie dort Gemüse und andere Lebensmittel anpflanzen.

So schafft der Film es doch noch, die deprimierenden und pessimistischen Aussichten auf die Zukunft, mit denen er begonnen hat, zum Schluss mit etwas Optimismus und einer Lösung zu relativieren – auch wenn diese Lösung etwas einfach klingt und in der Realität schwierig global umzusetzen ist: Selbstversorgung und dadurch Unabhängigkeit von den großen Konzernen.

Der Dokumentarfilm 10 MILLIARDEN – WIE WERDEN WIR ALLE SATT ist ab dem 22.10.2015 auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

von Benjamin Wirtz

Bewertung:

 

 Quelle: Pressematerial Prokino Home Entertainment 2015

Benjamin Wirtz

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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