KIDS IN LOVE (2016)

Coming-of-Age mit britischen Akzent

INHALT:

Jack (Will Poulter) ist aus gutem Haus und sein zukünftiges Leben ist fest geplant. Nachdem er nun die Schule abgeschlossen hat, folgt eine ein-jährige „Auszeit“, bestehend aus Praktikum, einer Reise durch Südamerika und dann folgt das Studium an einer renommierten Universität. Das ist zumindest der Plan seiner Eltern.

Er selbst hat ein Interesse an Fotografie und der Plan gefällt ihm nicht so sehr. Sein Leben ändert sich, als er die hübsche Französin Evelyn (Alma Jodorowsky) kennen lernt und sie ihn in die fabelhafte Welt der jungen, selbsternannten Bohemiens oder Lebenskünstler einführt. Scheinbar ohne Sorgen um Geld und Zukunft genießen sie das Hier und Jetzt. Es stellt sich jedoch schnell die Frage, ob das auf Dauer funktionieren kann.

FAZIT:

Obwohl ich schon 28 Jahre bin, kann ich nicht genug von Coming-of-Age Geschichten bekommen. Ich sauge sie auf und lese pro Monat mindestens einen Roman der in diese Kategorie passt. Daher habe ich mich sehr auf diesen Film gefreut. Jedoch hat er meine Erwartungen kaum erfüllt. Wenn man sich ein Genre mit PERKS OF BEING A WALLFLOWER (Vielleicht lieber morgen) teilt und als Vorreiter Geschichten wie THE GRADUATE (Die Reifeprüfung) hat, muss man mir etwas mehr bieten.

Schauspielerisch liefern alle KIDS IN LOVE eine solide Leistung ab. Will Poulter, bekannt aus THE REVENANT oder WIR SIND DIE MILLERS fängt gut den Geist des unschlüssigen jungen Manns zwischen Eltern und eigenen Wünschen ein. Genervt bin ich immer mehr von den Produktionsfirmen, die mit bekannten Gesichtern werben, die niemand braucht. Ich persönlich kann mit Cara Delevinge nichts anfangen: sie ist das Mädchen aus absurd reichem Haus, die erst modelt und jetzt Schauspielerin sein will. Aber ihr Gesicht ist auf dem DVD-Cover, obwohl ihre Rolle nicht mehr bedeutend ist, als von allen anderen Nebendarstellern.

Was die Story angeht, könnte man auch noch einiges verbessern. Keiner der weiblichen Charaktere schafft es im Film, sympathisch rüber zu kommen. Alle sind verzogene Gören, die von einem Erbe oder dem Freund leben. Das suggeriert dem Zuschauer: Jeder kann ein Aussteiger sein, solange er genug Geld hat. Wenn sich Regisseur Chris Foggin nur auf den Wandel seines Protagonisten konzentrieren wollte, und daher die anderen vernachlässigte, dann hätte er ihm noch mehr Tiefe geben müssen, denn so sehr verändert er sich auch wieder nicht. Er erlebt einen wilden Sommer, trifft auch ein paar Entscheidungen, aber das war es auch wieder.

Immerhin sieht KIDS IN LOVE gut aus. Der trendige „Bohemian-Style“ verschafft schöne Bilder und die abgewohnten Häuser sind voll von dem „Urban Outfitter-Charme“, dem gerade viele junge Menschen nacheifern.

KIDS IN LOVE (seit 02.12.2016 im Handel) ist für mich daher kaum mehr als ein netter Film, der für ein junges Zielpublikum von Teenagern zu empfehlen ist, die das Genre noch nicht so sehr kennen, um viele Vergleichsmöglichkeiten zu haben.

von Sarah Binder

Bewertung:

 

Quelle: Pressematerial Capelight Pictures 2016

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Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.
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