HER (2013)

Liebe kommt auf vielen Wegen

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INHALT:
Wir befinden uns in einer nahen Zukunft in Los Angeles, das stückweise an Shanghai erinnert. In dieser Welt lebt Theodore Twombly (Joaquín Phoenix). Er ist ein schüchterner Mann. Aber er ist sehr einfühlsam. Aus diesem Grund ist sein Job, Briefe für Menschen zu schreiben, die selbst ihre Gefühle nicht aufs Papier bringen können. Mit Hilfe der passenden Software, sieht das Ergebnis dann so aus, als hätte die Person den Brief mit der Hand geschrieben.

Theodore ist sehr einsam. Er steckt in einer Scheidung und fühlt sich alleine, selbst wenn er in einer Masse von Menschen steht. Diese Einsamkeit scheint aber langsam zu verfliegen als er sich ein neues Betriebssystem zulegt, das mit ihm interagieren kann. Die freundliche Stimme von Samantha (Scarlett Johansson) stellt ihm Fragen und so entwickelt sich aus den Unterhaltungen zunächst eine Freundschaft. Theodore hat jemanden, dem er sich anvertrauen kann und Samantha hilft ihm, sein Leben zu organisieren und ihm Sorgen abzunehmen. Nach und nach verliebt sich Theodore in Samantha, und sie sich in ihn.

Da die Menschen sowieso bereits den Großteil ihres Lebens in der virtuellen Welt beziehungsweise mit Computern verbringen, scheint auch dieser Schritt für fast alle Menschen in seinem Umfeld keine große Sache mehr zu sein. Jedoch wirft die Beziehung auch einige Probleme auf, so ist Samantha realen Frauen gegenüber eifersüchtig weil sie so viele Erfahrungen nicht machen kann. Sie versucht Theodore sogar dazu zu bringen, mit einer Stellvertreterin zu schlafen, die mit Kameras und Mikrofonen ausgestattet ist, damit sie auch das einmal erleben kann. Jedoch kann Theodore Samantha diesen Wunsch nicht erfüllen, was zu Spannungen zwischen den beiden führt.

Die Unzufriedenheit wächst auf beiden Seiten und die Frage, kann so eine Liebe überhaupt funktionieren?

FAZIT:
In meinen Augen ist HER ein absolutes Meisterwerk. Wir sind tagein, tagaus mit Remakes und Franchises umgeben, Spike Jonzes Film ist für mich eine dringend benötigte Abwechslung. Es gibt noch Künstler die originelle, neue Geschichten erfinden können. Halleluja! Dafür hat Jonez völlig verdient, den Oscar für das beste Originaldrehbuch zu erhalten.

HER erzählt eine unkonventionelle Liebesgeschichte. Wir können nur einen der Charaktere tatsächlich sehen. Joaquín Phoenix (THE MASTER; 2013/ INHERENT VICE; 2014) spielt aber so überragend, dass das nicht mal ein Problem darstellt. Wir fühlen seine Einsamkeit inmitten von Menschen. Scarlett Johansson (LUCY; 2014/ HAIL CAESAR!; 2016) schafft es, nur mit ihrer Stimme es verständlich zu machen, warum sich Theodore in Samantha verlieben kann. Gleichzeitig wirft diese Liebesgeschichte aber auch die Frage auf, wohin wir mit unserer Liebe zur Technologie noch kommen möchten.

Der Film ist so ruhig, sogar die Farbgebung ist leise. Man wird an ein altes Foto aus den 1970ern erinnert, das man in den Fotoalben der Eltern mal gesehen hat. Joaquín Phoenix‘ Schnurrbart und Brille unterstreichen das noch. Es sieht immer so aus, als ob gerade die Sonne untergeht. Dabei befinden wir uns nicht in der Vergangenheit, sondern der Zukunft. In einer Zukunft, die gar nicht mehr so weit weg zu sein scheint. Wir sind umgeben von Siri und Cortana. Wir können unseren Kindern Puppen kaufen, die durch Spracherkennungssoftware in der Lage sind zu interagieren und mit Hilfe des Internets immer Antworten parat haben. Es gibt Geschichten, in denen sich einsame Singles in Avatare aus Second Life verlieben. Sind wir also nicht schon lange in Spike Jonzes Zukunft angekommen?

Ich ende, wie ich begonnen habe. HER ist ein Meisterwerk des aktuellen Kinos. Einziger Tipp. Schaut ihn euch im Original an und nutzt Untertitel, wenn ihr Probleme habt Englisch zu verstehen. Johanssons Stimme ist ein maßgeblicher Grund, warum dieser Film funktioniert.

HER ist auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

von Sarah Binder

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Warner Home Video 2016

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Sarah Binder

Sarah Binder

Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.
Sarah Binder

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