HALO: NIGHTFALL (2014)

Im Schatten des Master Chiefs

Er schleppte sich von einem blutigen Krisenherd zum nächsten, kämpfte sich durch die halbe Galaxie und zerstörte den Halo-Ring. Nun scheint er „nur noch“ eine Legende zu sein: Der Master Chief. Als Randnotiz in einem Film, der „Halo“ heisst, aber sich nicht wie „Halo“ anfühlt, fügt er die Franchise-Flicken zu einer logischen, losen Masche zusammen und rettet im Geiste den B-Film HALO: NIGHTFALL vor der Versenkung.

INHALT:

Zwischen den Menschen und der Kooperation verschiedener Alienrassen, dem Covernant, herrscht ein instabiler Frieden. Als bei einem Anschlag auf einen der menschlichen Randkolonien der Galaxis ein Virus freigesetzt wird, der nur Menschen befällt, droht der Friedensvertrag zu brechen.

Ein Team der Geheimorganisation ONI unter der Führung von Agent Locke (Mike Colter) findet heraus, dass die seltsame Substanz, dem Virus zugrunde liegt, von einem der einst zersprengten Teile des Halo-Rings stammen.

Eine Spezialeinheit aus ONI-Agents und Soldaten soll die Schmuggler, die diese Substanz abbauen, auf dem Ring ausfindig machen und die Quelle endgültig vernichten. Das Problem ist nur, dass das Bruchstück des Rings sehr nahe an einer Sonne schwebt und es dort tagsüber über 500 Grad heiß werden kann. Das Team hat daher nur acht Stunden Zeit, um seinen Auftrag zu erfüllen. Doch einmal dort angekommen, ist die zunehmende Hitze nicht ihr einziges Problem…

FAZIT:

Vorab sei erwähnt, was erwähnt werden muss: Die Handlung des Films funktioniert auch ohne Franchise-Betitelung. HALO: NIGTHFALL wäre dann jedoch genauso schnell verschwunden, wie seine schwächelnden Sci-Fi-Genre-Brüder.

Dabei ist gerade der Einstieg in HALO: NIGHTFALL prächtig und vielversprechend. Sofort wird der Zuschauer in eine Szenerie hineingeworfen, in der nicht lange auf Action und Spannung gewartet werden muss und desse Atmosphäre dem HALO-Universum würdig ist. Doch leider bildet dieser erste Teil nur eine Rahmenhandlung für den Rest des Films.

Geschickter Schachzug: Wenn man wohl nicht genug Geld (es waren immerhin 70 Millionen Dollar) für große Effekte hatte – die Kleinen können sich aber durchaus sehen lassen – verhindert man eben auch große Kämpfe und viele Aliens im Film. So muss das Team um Agent Locke schnell auf den technischen Firlefanz an ihrem Körper verzichten, um nicht von eine Bedrohung auf dem Halo-Ring entdeckt zu werden. So stampft die Mannschaft bald völlig analog durch die Ödnis. Damit entfernt sich der Film endgültig von seinem Namen, bringt dadurch gleichzeitig aber das Motiv des tapferen, harten Soldaten, der auch ohne Hilfmittel auf einem unwirklichen Territorium überleben kann, ein. So gut sich die Idee von einem ruhmreichen Kämpfer anhört, so pathetisch und verklärt wird diese jedoch auch verkauft.

Der Weg ist das Ziel: HALO: NIGTHFALL hat gute, wenn auch sehr stereotypischen Ansätzen, die sich sogar mit der Psyche des Menschen auseinandersetzten. Gerade der Konflikt im Team wird zum tragenden Faktor für den Erfolg der sich zuspitzenden Spannung. So ist der Film eine Art Sci-Fi-Pschothriller im Computerspielgewand.

Über allem schwebt der tapfer Master Chief. Er ist das Vorbild für diesen zusammengewürfelten Haufen, der versucht aus dieser Hölle zu entfliehen, sich jedoch ganz menschlich selbst im Wege steht. Das ist wohl die größte Stärke von HALO: NIGHTFALL und macht in zu einen kurzweiligen Vergnügen.

HALO: NIGHTFALL von Regisseur Sergio Mimica-Gezzan ist ein ambitionierter Versuch – das wird vor allem in den umfangreichen Extras auf der DVD sehr deutlich. Doch leider zählt das Ergebnis: Dieser Film ist eben kein Halo-Film. Das wird auch auch nicht, wenn Ridley Scott als Produzent dabei war. Vielmehr ist er ein durchschnittlicher Sci-Fi-Film, der sich jedoch durch seinen Namen, aber auch durch seine Thematik von der Masse abzusetzten versteht.

HALO: NIGHTFALL ist ab dem 17.03.2015 auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

 

Quelle: Pressematerial Polyband 2015

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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