GOD BLESS AMERICA (2011)

Die Filmkritik.

 

Knallhart, wütend und schonungslos ehrlich! Damit ist schon fast alles gesagt, wenn es um GOD BLESS AMERICA geht. Der Film ist eine Mediensatire, die Seinesgleichen sucht. Es finden keine    Andeutungen, wie bei FREE RAINER (2007), keine verstecken Statements hinter Slapstick-Einlagen, wie in IDIOCRAZY (2006), statt. Zu sehen ist die reine Wut auf die Mediengesellschaft verbunden mit einer ungewöhnlichen Freundschaft.

INHALT:

Arbeitslos, von der Frau verlassen, genervt vom Leben und dann auch noch die Nachricht von einem Hirntumor. Frank (Joel Murray) steht kurz vor dem Selbstmord. Mit der Waffe im Anschlagsitzt er auf der Couch und ist bereit sich aus diesem sinnlosen Leben zu befreien. Doch plötzlich eine Eingebung: Das Leben ist scheiße! Aber nicht wegen Frank, sondern wegen den Medien und den Menschen, die darin ihre Plattform gefunden haben. Alles ist geskriptet, nichts ist echt. Lügen und Täuschung auf untersten Niveau zur Gunsten von anspruchsvoller Unterhaltung, davon hat Frank genug. Deswegen müssen sie sterben! ALLE!
Frank beginnt einen Feldzug gegen die Medienwelt. Vor allem gegen die perfide, Sinnlosigkeit von Reality-Soaps und Castingshows setzt er sich mit voller Waffengewalt zu Wehr. Ihm zur Seite steht bald sein größter Fan und baldiger Partner, die begeisterte, fast manische sechzehnjährige Roxy (Tara Lynn Barr). Gemeinsam durchstreifen sie die Vereinigten Staaten und räumen die Welt von Unrat der Mediengesellschaft auf.

FAZIT:

Derbe Wortwahl ohne Blatt vor dem Mund. GOD BLESS AMERICA ist eine Mediensatire, die sich natürlich nicht ernst nimmt und doch ernste Themen angeht: Verdummung von Fernsehkultur und Medienmanipulation! Regisseur Bobcat Goldthwait, den meisten wohl bekannt als Zed aus der Police Academy Reihe, erschafft eine schwarze Komödie die den Nerv der Zeit trifft und bisher zu unrecht im Filmwald untergegangen ist. Zum ersten Mal maß ich mir nicht an zu sagen, dass ich den Film verstehe, sondern der Film schafft es mich zu verstehen.

Die Hauptdarsteller überzeugen durch trockenen Humor und einer ironischen und doch glaubwürdigen Performance. Der Seriendauergast Joel Murray (u.a.: MALCOM MITTENDRIN; TWO AND A HALF MEN; DHARMA & GREG; MAD MEN), als Frank, nimmt man den genervten Mittvierziger mit Wut im Bauch sofort ab. Hingegen leicht nervig, vollkommen naiv, jedoch keineswegs unschuldig und absolut wahnsinnig bildet Roxy, gespielt von Tara Lynn Barr (ROAD KILL; 2005), den verrückten Gegenpart zum den lebensverdrossenden Frank.

Ein bisschen Bonnie und auf keinen Fall der stilvolle Auftritt von Clyde, statt dessen jede Menge mehr als zynische Medienkritik gepaart mit einem Amoklauf, der sich irgendwo zwischen FALLING DOWN (1993) und NATURAL BORN KILLER (1994) bewegt. Das erwartet den Zuschauer in GOD BLESS AMERICA.

GOD BLESS AMERICA traut sich, was andere nicht mal zu träumen wagen, aber im Grunde sich schon häufig gewünscht haben: Eine Abrechnung mit der Gesellschaft und all ihren ewig gestrigen oder pseudo-coolen, aufgesetzten Verhaltensweisen!

Es ist ein wahrhaft gesegneter Film, der endlich Klartext redet. Denn GOD BLESS AMERICA ist völlig unnachgiebig, total zynisch, vielleicht sogar einer der bösartigsten Filme, die es je gab. Dadurch passt er genau in die Reihe KINO KONTROVERS vom Filmvertrieb Euro Video.

Bisher gilt der Film im Deutschland noch als Geheimtipp. Das sollte sich bald ändern, denn GOD BLESS AMERICA ist ab morgen (14.02.2013) als aufwendig, limitiertes Mediabook im Handel auf BLU-Ray und DVD erhältlich. Die ausführlichen Interviews mit beiden Hauptdarstellern und dem Regisseur Bobcat Goldthwait, sowie entfernte Szenen, Outtakes und ein Musikvideo runden das Gesamtpaket ab und bestätigen nur den Grund zum Kauf.

von Jörg Gottschling

Bewertung: 

Quelle: Pressemitteilung Public Insight im Auftrag für Euro Video

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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