FLUCHT IN KETTEN (1958)

Anti-Rassismus-Drama mit Tony Curtis & Sidney Poitier

Ein Weißer, der Schwarze hasst, und ein Schwarzer, der Weiße hasst – wie bringt man diese beiden Figuren zusammen, sodass sich eine gute Geschichte ergibt? Man kettet sie aneinander und sorgt dafür, dass sie zusammenarbeiten müssen. Das ist die Ausgangssituation in Stanley Kramers Anti-Rassismus-Drama FLUCHT IN KETTEN. Tony Curtis (in einer seiner besten Rollen) und Sidney Poitier spielen diese beiden gegensätzlichen Menschen, die gar nicht so unterschiedlich sind wie sie glauben. Ein für damalige Zeit gewagter Film über ein heute leider immer noch aktuelles Thema – Rassismus.

 

INHALT:

Bei einem Unfall eines Gefangenentransportes können der weiße Rassist John „Joker“ Jackson (Tony Curtis) und der schwarze Noah Cullen (Sidney Poitier) entkommen. Sie sind mit einer schweren Eisenkette aneinandergebunden und müssen daher trotz ihres tödlichen Hasses aufeinander zusammenarbeiten, um zu entkommen und zu überleben. Sie kämpfen sich durch Flüsse, verregnete Waldgegenden und Sümpfe ihren Träumen entgegen.

Währenddessen werden sie von einem Trupp Gesetzeshüter verfolgt. Mit Bluthunden zum Aufspüren und bissigen Dobermännern zum Überwältigen sind die Männer den beiden Flüchtigen auf der Spur. Angeführt wird die Verfolgung von dem menschenfreundlichen Sheriff Max Muller (Theodore Bikel), der seine bluthungrigen Kollegen immer wieder zurückpfeifen muss.

FAZIT:

Die von Rassismus durchtränkte Welt von FLUCHT IN KETTEN ist unerträglich – und ihr Rassismus ist noch nicht mal übertrieben dargestellt. Hier herrschen überall Hass und Vorurteile gegenüber den Menschen anderer Hautfarbe. Es fängt beim Gefängnisdirektor an, der den Weißen und den Schwarzen mit klarem Kalkül aneinandergebunden hat: „Bevor die zehn Kilometer gelaufen sind, bringen die sich gegenseitig um“, sind seine Worte. Und der Rassismus wird weitergeführt von den Gefangenen, für die Schwarze nur „Nigger“ sind, die sich mit ihrem Schicksal gefälligst abfinden sollen. Und er wird weitergeführt von den Kleinstädtern, die den Schwarzen sofort lynchen wollen.

Doch auch eine liebende Mutter und freundliche Frau entpuppt sich als herzlose Rassistin. Und sogar ein kleiner Junge, der wahrscheinlich mit der starken Abneigung gegen Andershautfarbige aufgewachsen ist, hat diese Einstellung bis in die tiefste Faser seines Körpers aufgenommen: Wenn er sich zwischen dem Weißen, der ihn sterben lassen will, und dem Schwarzen, der ihm helfen will, entscheiden muss, wählt er den Weißen.

Einzige Ausnahme in diesem Kreis der von Hass geprägten, aber stets realistisch gezeichneten Figuren ist der Sheriff. Er ist der einzige, der die beiden Gefangenen als Menschen betrachtet und sie so behandeln will.

FLUCHT IN KETTEN beeindruckt aber nicht nur in seinem Umgang mit Rassismus. Er überzeugt auch als spannendes Buddy-Movie-Abenteuer. Die beiden Hauptdarsteller sind absolut großartig. Ihre Flucht oft spektakulär. Den Großteil ihrer Reise verbringen sie nicht in kleinen Studiobauten, sondern in der nassen Natur, kämpfen gegen Flüsse, Abhänge und schlechtes Wetter. Die intelligenten Dialoge zwischen den Fluchtsequenzen runden das Filmerlebnis ab. Die Message des Films ist zwar überdeutlich, aber wichtig: Schwarz, weiß – scheißegal: auf die Taten der Menschen kommt es an! Heute so wichtig wie eh und je.

FLUCHT IN KETTEN ist ab dem 22. Februar 2018 auf DVD und Blu-ray mit hervorragendem Bild und Ton im Handel erhältlich. Als Extras sind einige Trailer vorhanden.

von Benjamin Wirtz

Bewertung:

Quelle: Pressematerial StudioCanal

Benjamin Wirtz

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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