EXISTS (2014)

Auf großen Fuß allein im Wald

Hunderte von Menschen behaupten, sie hätten ihn gesehen. Ein wahrer Kult um ihn ist in den letzten Jahrzehnten entstanden. Vielen haben ihn gesucht, doch bisher konnte noch keiner glaubhafte Beweise über seine Existenz erbringen: Bigfoot, der friedliche Waldmensch.

Zum Glück: Denn wären seine Sucher ihm wirklich begegnet, würden sie über dieses „friedliche“ Treffen wohl nicht mehr berichten können…

INHALT:
Eine junge Gruppe von Freunden möchte ein paar ruhige, entspannte Tage im Wald verbringen. Dazu klauen die beiden Brüder Matt (Samuel Davis) und Brian (Chris Osborn) die Schlüssel zur alten Jagdhütte ihres Onkels und machen sich auf dem Weg. Die Brüder haben Dora (Dora Madison Burge), Todd (Roger Edwards) und Elisabeth (Denise Williamson) eine Sache jedoch verschwiegen: Ihr Onkel möchte, dass nie wieder jemand zu dieser Hütte zurückkehrt. Vor Jahren hatte er nämlich eine Begegnung mit dem Waldmenschen, die ihn für immer verschreckte.

Die Brüder geben jedoch nichts auf den alten Aberglauben. Was sie aber nicht ahnen Bigfoot ist schon auf ihren Spuren…

FAZIT:
Wieder junge Menschen, wieder alleine im Wald und wieder eine fürchterliche Kreatur gebannt auf verwackelter Kamera. Man sollte meinen, das Found-Footage-Genre sollte sich langsam mal etwas neues einfallen lassen. Stattdessen bleibt der Wackelfilmer bei seinen digitalen Filmrollen und setzt nun auf die netten Bilder einer oder gleich mehrerer Go-Pros – mit dem Effekt, dass der Zuschauer nun gar nichts mehr erkennt.

Regisseur Eduardo Sánchez (BALIR WITCH PROJECT; 1999), einer der Pioniere des Genres, hat sich mit EXISTS einen kleinen Traum erfüllt, denn ein Film über Bigfoot war ihm eine Herzensangelegenheit. Entsprechend groß war sein Aufwand bei der Darstellung dessen, leider schwächelt der Film in so ziemlichen jeden anderen Punkt des Films.

Brian Steele wird immer dann im Filmbusiness von Hollywood herangezogen, wenn einer in ein aufwändiges Monsterkostüm schlüpfen muss. Das macht ihn wohl zum einzigen Profi am Set. Und dabei spielt er „nur“ Bigfoot, und dass sehr glaubwürdig. Kein Wunder. War er doch der berühmteste Sasquatch-Darsteller der Filmgeschichte und hat bereits in der Sitcom BIGFOOT UND DIE HENDERSONS (1991 – 1933) den großen Zottel dargestellt. Diesmal zeigt Steele ihn jedoch von seiner dunklen Seite.

Die Kamera ist szenenweise so am Wackeln, das ein Filmgenuss gar nicht aufkommen möchte. Dies mag zwar zum Stil des Filmgenres gehören, wenn sich der Kopf des Zuschauers aber mehr bewegt als die Kamera selbst, läuft was falsch. Obendrein sind die Figuren durchweg Stereotypen, die nicht über den Tellerrand ihrer charakteristischen Grenzen hinaus kommen. So steht Filmnerd Brian allen mit seiner Kamera im Weg, während der harte Todd nicht mal dazu in der Lage ist, wahre Emotionen zu zeigen. Und die Frauen begnügen sich einmal mehr mit der Aufgabe, hübsche Opfer darzustellen.

Das größte Problem stellen jedoch die Entscheidungen der Gruppe selbst dar. Durchweg handeln alle unlogisch. Sie verkriechen sich lieber in der Falle einer abbruchreifen Hütte, statt das Licht des Tages zu nutzen, um sich schnell auf dem Heimweg zu begeben. Auch die kleine Überraschung am Ende, die jene Situation, in die sich diese dummen, jungen Menschen selbst gebracht haben, kann den durchweg vorhersehbaren Handlungsverlauf nicht retten.

So steht am Ende ein schwacher Film mit recht wenig Spannung. Das alles reicht jedoch nicht, um an das unverhoffte Meisterwerk von einst heranzukommen. Da kann auch Bigfoot nur den Zottelkopf schütteln.

Ab dem 27.03.2015 ist der Found-Footage Film EXISTS auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

 

Quelle: Pressematerial WVG Medien GmbH 2015

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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