Die Oscars 2017: LA LA LAND überall…DOCH NICHT!

Alle Gewinner der 89. Academy Awards

Was für eine Oscar-Nacht 2017! Bei der 89. Oscarverleihung war LA LA LAND der große Gewinner und konnte von 14 Oscar-Nominierungen ganze sieben Awards einheimsen. Diese Zeilen müssen wir aber nach zwei Minuten sofort revidieren, denn es waren doch nur sechs! Nach dem LA LA LAND von Hollywood-Legende fälschlicherweise als bester Film ernannt wurde, fiel der Regie erst nach wenigen Minuten auf, dass man sich verlesen hatte. Denn der beste Film ist: MOONLIGHT!

Die Situation sorgte für sichtliches Erstaunen im Publikum und auf der Bühne. Nach kurzer Erklärung flossen zahlreiche Tränen beim MOONLIGHT-Team, dass seinen Triumph einfach nicht wahrhaben wollte.

Casey Affleck durfte für seine Darbietung in MANCHESTER BY THE SEA den Goldjungen als besten Hauptdarsteller entgegennehmen und sorgte für Tränen bei seinem ebenfalls anwesenden Bruder Ben Affleck, dem der Stolz sichtlich anzusehen war. Casey steigt somit – endlich – in die Riege der anerkannten Charakterdarsteller Hollywoods auf.

Auf weiblicher Seite gewann Emma Stone den Oscar für die beste Hauptdarstellerin. Bereits nach ihrer 2. Nominierung und mit gerade einmal 28 Jahren beweist die toughe Rebellin, dass sie den Dreh eindeutig raus hat.

Damien Chazelle durfte sich über den Regie-Oscar für LA LA LAND freuen. Der Musikfilm war der große Gewinner des Abends und war auch im Vorfeld in aller Munde.

Der gesamte Abend gestaltete sich unterhaltsam und politisch zugleich: Entertainer Jimmy Kimmel übernahm die Moderation der diesjährigen Preisverleihung im Dolby Theatre und sorgte mit seinem gewohnt trockenen Humor für einiger Lacher. Genial unterstützt wurde er dabei anfangs von Pop-Superstar Justin Timberlake. In seiner Anfangsrede ging er wie erwartet auf die politische Diskussion um Präsident Donald Trump ein und brachte auf den Punkt, dass die USA derzeit in zwei politische Lager gespalten ist – das war sein gleichzeitig größtes Anliegen. Er rief zu „Unity“, Einigkeit auf. Seine restliche Zeit nutzte Kimmel, um anwesende Prominente mit viel Humor zu provozieren (vor allem Matt Damon musste ordentlich einstecken, bekam seine Rache aber indem er Kimmel später ein Bein stellte) und fasste das Filmjahr 2016 gekonnt zusammen.

Die übrigen Laudatoren brachten immer wieder kleine Seitenhiebe auf Trump und seine Außenpolitik, insbesondere das Einreiseverbot, das beherrschendes Thema unter etlichen Filmemachern und Mitarbeitern mit Einwanderungshintergrund war. Ein kleines Highlight war der Auftritt von Katherine Johnson, die letzte noch lebende Figur aus dem Film HIDDEN FIGURES, die gemeinsam mit den 3 Hauptdarstellerinnen (sie wurde von Taraji P. Henson gespielt) die Nominierten für den besten Dokumentarfilm präsentierte.

Ein deutliches Statement setzte die Academy selbst, indem sie den Oscar für den besten fremdsprachigen Film an THE SALESMAN von Asghar Farhadi vergab. Der Regisseur aus dem Iran konnte seinen Preis allerdings nicht persönlich entgegennehmen und ließ seine Dankesrede entsprechend vorlesen, wobei er ebenfalls auf Mr. Trump einging. Unser deutscher Beitrag TONI ERDMANN ging dementsprechend leer aus.

Und jetzt nochmal alle Gewinner der Reihe nach. And the Oscar goes to:

Bester Film: MOONLIGHT von Barry Jenkins.

Bester fremdsprachiger Film: THE SALESMAN von Asghar Farhadi.
Bester Kurzfilm: SING von Kristof Déak und Anna Udvardy.

Bester Hauptdarsteller: Casey Affleck für MANCHESTER BY THE SEA.
Beste Hauptdarstellerin: Emma Stone für LA LA LAND.

Bester Nebendarsteller: Mahershala Ali für MOONLIGHT.
Beste Nebendarstellerin: Viola Davis für FENCES.

Beste Regie: Damien Chazelle für LA LA LAND.
Bestes Drehbuch: Kenneth Lonergan für MANCHESTER BY THE SEA.
Bestes adaptiertes Drehbuch: Barry Jenkins und Tarell Alvin McCraney für MOONLIGHT.

Beste Kamera: Linus Sandgren für LA LA LAND.
Bester Schnitt: John Gilbert für HACKSAW RIDGE.
Bestes Szenenbild: David Wasco für LA LA LAND.
Beste Visuelle Effekte: Robert Legato für THE JUNGLE BOOK.

Bestes Kostümdesign: Colleen Atwood für PHANTASTISCHE TIERWESEN UND WO SIE ZU FINDEN SIND.
Bestes Make-Up und Hairstyling: Alessandro Bertolazzi für SUICIDE SQUAD.

Beste Filmmusik: Justin Hurwitz für LA LA LAND.
Bester Song: City of Stars von Justin Paul für LA LA LAND.
Bester Ton: Kevin O‘ Connell für HACKSAW RIDGE.
Bester Tonschnitt: Sylvain Bellemare für ARRIVAL.

Bester Animationsfilm: ZOOMANIA.
Bester Animationskurzfilm: Alan Barillaro und Marc Sondheimer für PIPER.

Bester Dokumentarfilm: Ezra Edelman und Caroline Waterlow für OJ: MADE IN AMERICA.
Bester Dokumentarkurzfilm: Orlando von Einsiedel und Joanna Natesegara für DIE WEIßHELME.

 

Und? Ist Euer Favorit unter den Gewinnern?

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Salih Yayar

Salih Yayar

Hey, ich bin Salih, 28 Jahre alt, kinosüchtig und Serienfreund. Große Epen, Sci-Fi und Independent sind mein Ding - also eigentlich alles. Und wenn ich nicht gerade über Multimedia oder Politik diskutiere, versuche ich selber mal etwas auf die Leinwand zu zaubern. Meistens kläglich.
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