DIE DSCHUNGELHELDEN – DAS GROSSE KINOABENTEUER (2017)

Einfallsloser Kinofilm zur gleichnamigen Animationsserie

Nun kommen also auch die Helden aus der erfolgreichen Serie „Die Dschungelhelden“ auf die große Leinwand. Doch der französische Animationsfilm enttäuscht leider auf ganzer Linie. Schwer zu sagen, was in DIE DSCHUNGELHELDEN mehr nervt – die durch und durch vorhersehbare Handlung, die fehlende Originalität und Phantasie oder die gewollt komischen Dialoge.

INHALT:

Der böse Koala Igor brennt den halben Dschungel nieder und wird dafür von den „Assen“, einer Gruppe von „Verfechtern der Gerechtigkeit“, auf eine einsame Insel verbannt. In dem Feuer kam ein Mitglied der „Asse“ ums Leben, deshalb entscheidet die Tiger-Anführerin, die Arbeit der Gruppe zu beenden – sie sei zu gefährlich.

Einige Jahre später zieht der Sohn der Tigerin, der Pinguin Maurice, in den weiten Dschungel hinaus, um die Arbeit seiner Mutter fortzuführen. Zusammen mit dem Gorilla Harry, der Fledermaus Flederike, dem Koboldäffchen Grummel, dem Tigerfisch Junior und den Fröschen Bob und Al kämpft er für Gerechtigkeit und schützt die Dschungelbewohner vor jedem Unheil.

Doch Igor sinnt auf Rache. Er kann sich von seiner einsamen Insel befreien und kehrt zurück. Und diesmal hat er einen Plan, wie er den gesamten Dschungel für immer auslöschen kann. Die Dschungelhelden müssen sich mit den Assen zusammentun, um Igor ein für allemal das Handwerk zu legen.

FAZIT:

„Ihr seid so einfach zu durchschauen. Das ist schon fast deprimierend“, ruft Igor, als die Dschungelhelden zum x-ten Mal in eine seiner Fallen getappt sind. Diesen Satz könnte man genauso dem Film zurufen. Es ist fast deprimierend, wie durchschaubar er ist, wie vorhersehbar seine Handlung verläuft. DIE DSCHUNGELHELDEN konzentriert sich vor allem auf Action, schnelle Witze und Sensation, bietet dabei aber nichts Neues. Er arbeitet sich an bekannten Standardsituationen und Klischees ab, anstatt die Figuren oder die Story mit Leben zu füllen.

Die meisten Szenen wollen unbedingt witzig sein und versuchen fehlenden Scharfsinn mit Albernheiten wettzumachen. Das mündet meistens in unlustigen Gags, über die man nur noch müde seufzen kann. Anteil an dem Versagen in dieser Hinsicht hat bestimmt auch die deutsche Synchronisation, die teilweise nicht überzeugt. Zugegeben: Ein paar gute Einfälle gibt es dann doch in DIE DSCHUNGELHELDEN: Einmal sagt Igor beispielsweise, wer ihn aufhalten könne, müsse erst noch geboren werden – kurz darauf wird er von einem Ei niedergestreckt. Solche intelligenten Witze hätte es häufiger gebraucht. Doch die gelungenen Einfälle in DIE DSCHUNGELHELDEN kann man an einer Hand abzählen.

So enttäuscht das animierte Kinoabenteuer leider durchweg. Ihm fehlt die Tiefe von ALLES STEHT KOPF, der Witz und die Finesse von ICE AGE, der Einfallsreichtum von SHREK sowie sympathische Figuren, die zum Mitfiebern einladen, wie in TOY STORY oder FINDET NEMO.

Kinder, die nicht viel Anspruch an einen Film haben, können durchaus kurzweiligen Spaß an dem Leinwandabenteuer haben. Erwachsene dürfen nicht mal wirklich gute Unterhaltung erwarten. Sie werden sich eher nach den meisterhaften Animationsfilmen sehnen, in denen sich zu Anfang bei den Logos eine Lampe leuchtend zum Zuschauer umdreht.

DIE DSCHUNGELHELDEN – DAS GROSSE KINOABENTEUER startet am 4. Januar 2018 im Kino.

von Benjamin Wirtz

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Splendid Film

 

Benjamin Wirtz

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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