CLOWN (2016)

kränklich Kinderschreie & komische Kostüme

[amazon asin=B017SZMGRO&template=add to cart]

Ein Mann findet ein Clownskostüm, steigt hinein und wird zum Monster: In Eli Rots neustem Horrorfilm CLOWN verbinden sich die tiefsten Urängste des Kindes mit den schönsten Erinnerungen der Kindheit zu einer albtraumhaften Odyssee.

INHALT:
Die Geburtstagsfeier seines Sohnes Jack (Christian Distefano) droht zu scheitert, als unerwartet der bestellte Clown kurz vor dem Erscheinungstermin absagt. Zum Glück findet Immobilienmakler Kent (Andy Powers) im Keller eines seiner Maklerhäuser ein altes Clownskostüm. Sofort schlüpft er hinein, macht sich auf dem Weg zur Feier und rettet den Tag.

Doch bereits am nächsten Tag beginnen die Probleme: DDD hat immer noch das Kostüm an und bekommst es auch nicht mehr aus. Nebenbei steigt sein Appetit ins Unermessliche. Seine Frau Meg (Laura Allen) bemerkt Veränderungen an ihm. Er wird zunehmend seltsamer und aggressiver. Kent holt sich Rat bei dem zwielichtigen Wissenschaftler Kalsson (Peter Stormare). Doch der sieht nur eine Möglichkeit, um ihn von seinem Leiden zu befreien: Selbstmord. Und dann ist Kent plötzlich verschwunden…

FAZIT:
In CLOWN von Regisseur Jon Watts und Produzent Eli Roth wird aus einem langweiligen Geschäftsmann und liebenden Familienvater ein dämonischer Clown wider Willen. Ein Kostüm macht ihn zu einem schrecklichen Monster und verkehrt einmal mehr den spaßigen Kinderfreund, den Clown, zu etwas absolut Schauderhaften. Damit reiht sich der Horrorfilm zunächst in eine ganze Reihe von Filmen dieser Art ein.

Bei diesen Thema neigen die meisten anderen Horrorfilm, wie etwa MAD CIRCUS und sogar die Verfilmung von Stephen Kings ES dazu, dem Grauen des schrecklichen Clowns mit Humor, Wahnsinn und optischer Überzeichnung zu begegnen. Eli Roths CLOWN ist hingegen anders, auf seine Art sogar irgendwie realistischer. Denn wenn CLOWN Humor hat, dann ist dieser doch sehr makaber. Zwar lässt sich eine Verknüpfung mit der eigentlich komischen Clownsfigur nicht vermeiden, doch biegt der Film kurz vor der Pointe grundsätzlich ab und schockiert in Bild und Ton – das Lachen bleibt so bereits ab der ersten Minute als dicker Klos im Halse stecken. Und das ist auch gut so!

CLOWN ist blutig, möchte brutal sein und es gelingt ihm. Allein die Tatsache, dass die Opfer nahezu ausschließlich Kinder sind, ist ein Statement, dem sich der Zuschauer stellen muss. Neben all der blutigen und durchaus auch verstörenden Szenen steht die Ambivalenz, das Janusköpfige der Hauptfigur im Mittelpunkt der Handlung. Auch hier geht der Film einen direkter Weg als manch anderer Vertreter des Genres: Der Hauptfigur ist die ganze Zeit über dessen fürchterliche Veränderung seiner Selbst bewusst. Er steht daher in einem ständigen Konflikt mit sich, versucht gar zu verhindern, dass er mordet, die „gute Seite“ verliert jedoch immer wieder den Kampf. Seinen Ausweg sucht er im Selbstmord, doch der Dämon in ihm ist stärker. Versucht man in CLOWN eine tiefere Bedeutung zu finden, dann könnte man in diesem Motiv eine Psychoanalyse eine Kindsmörders erkennen.

Jedoch schwebt, trotz der recht authentischen und plastischen Darstellungen, das Mystische über allem. Der Dämon, ein heidnischer uralter Waldgeist, wird als Ursprung des Bösen, aus dem später die Verballhornung, der Clown, entsteht, installiert. Dieser Mythos ist rein fiktiv, passt jedoch gut in die Geschichte des Films, wie er sich in den Tenor eigentlich guter Figuren, die im Horrorfilm zu einem bösen Abbild werden einfügt. Damit steht CLOWN auf der selben umgedrehten Ebene, wie einst die Zahnfee aus DER FLUCH VON DARKNESS FALLS (2003) oder der Weihnachtsmann in SANTA SLAY (2005).

Insgesamt ist CLOWN weder außergewöhnlich gut, noch sonderlich schlecht. Seine Umsetzung überzeugt, bricht jedoch keine neuen Maßstäbe, sondern fühlt sich wie ein alter Bekannter an, der einmal mehr versucht, im Gewand eines Clowns Schrecken zu erzeugen. Leider funktioniert hier nicht jeder Schockmoment. Und doch schafft CLOWN eine schaurige Atmosphäre, die noch manchem Zuschauer in Albträumen heimsuchen könnte. Und so kann man sagen, dass der makabre Horrorfilm, obwohl er keineswegs lustig ist, am Ende doch eine Menge Spaß machen kann…

Eli Roths CLOWN ist ab dem 01.03.2016 auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

 

Quelle: Pressematerial Tiberius Film 2016

Merken

Jörg Gottschling

Jörg Gottschling

Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
Jörg Gottschling

Letzte Artikel von Jörg Gottschling (Alle anzeigen)

Comments

comments

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: