BORDELLO OF BLOOD (1996)

Kultiger Vampir-Trash aus der Gruft

 

Mit BORDELLO OF BLOOD kommt ein kleiner Kultfilm neu restauriert in die Ladenregale. Die blutige Horrorkomödie gehört zu den „Geschichten aus der Gruft“ und manche würden wohl auch behaupten, dass dieser Film besser dort in den dunklen Tiefen geblieben wäre. Fans des Trash-Horrors zelebrieren hingegen diesen Meilenstein der B-Movie-Horrorgeschichte. Wir stehen irgendwo dazwischen und wollten das Ganze nochmal aus der Retrospektive betrachten.

INHALT:

In einer amerikanischen Kleinstadt kehrt die Sünde ein: Ein Bestattungsunternehmen wird insgeheim zu einem Bordell, in dem die Männer ihre Fantasien ausleben. Auch der Teenager Caleb (Corey Feldman) und seine Kumpels hören von dem neuen verruchten Etablissement und wollen diesem gleich am Abend noch einen Besuch abstatten. Tatsächlich entpuppt sich der Geheimtipp, den sie bekommen haben, als wahre Erfüllung der Träume. Doch die Sache hat einen Haken:

Denn das Bordell wird von Tamara (Kiara Hunter) betrieben. Diese ist die Königin der Vampire und ihr Bordell nur eine Quelle für ihren Blutdurst. Die Folge: Die Jungs kehren nicht zurück. Katherine (Erika Eleniak), Calbe’s Schwester, die zwar regelmäßig genervt von ihrem Draufgängerbruder ist, macht sich unter dessen Sorgen und engagiert mehr aus Zwang, denn aus eigenem Interesse heraus den zwielichtigen Privatdetektiven Rafe Guttmann (Dennis Miller). Der findet schnell die Wahrheit heraus, doch kann er der Vampirbedrohung auch her werden?

FAZIT:

Die Geschichten aus der Gruft sind blutig, lustig und vor allem sehr trashig. Aber genau wegen diesem Stil liebt und hasst man die Filmreihe. BORDELLO OF BLOOD von Gilbert Adler, nach RITTER DER DÄMONEN der zweite Kinofilm zur TV-Serie, ist dafür ein Paradebeispiel: Der Humor ist platt, sexistisch, tief schwarz und besteht vor allem aus der Schadenfreude, wenn andere sich wehtun, ja gar zu Tode kommen. Allein das muss man natürlich mögen. Wer diesen Humor hingegen teilt, der findet hier wirklich einen Klassiker dieses Splatter-Subgenres.

Da sich der Film zu keiner Zeit ernst nimmt, darf man auch keine tiefsinnige Handlung erwarten. Im Grunde geht es ohnehin nur darum, möglichst plastische Todesarten auszumalen und weibliche Brüste zu zeigen. Entsprechend überzeichnet sind und agieren auch die Charaktere. Aber das passt eben stimmig mit dem Gesamtkonzept des Films zusammen.

BORDELLO OF BLOOD ist ein Vampirfilm – einer von denen, wo das Genre eigentlich durch DRACULA (1992) und INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR (1994) in eine neue Ära eintrat. Doch dieser Film fährt noch im Fahrwasser der 1980er Jahre, in denen Ernst und Horror selten im Einklang waren und weswegen die damaligen Filme, wie etwa FRIGHT NIGHT (1985) oder THE LOST BOYS (1987), so gefeiert wurden.

Opfer des plastisch-blutigen Gemetzels sind vor allem Männer. Die böse weibliche Femme Fatal mit ihren Reißzähnen ist eben die Wurzel allen Übels – und irgendwie auch allen Begehrens. Die Hormone scheinen im gesamten Film Achterbahn zu fahren. Sinnlose Sprüche reihen sich an nackte Tatsachen und werden mit einem surreal-grellen, dreckigen Setting gleichmäßig umgerührt. Herauskommt ein Film, den nicht jeder braucht, der aber unglaublich unterhaltsam ist.

Extras:

Uns lag die wirklich sehr schicke Blu-Ray Steelbox zur Ansicht vor. Ein echter Hingucker im Filmregal. Auch die anderen Extras konnten überzeugen: Satte 45 Minuten Bonus-Material inklusive die 36-minütigen Dokumentation TAINTED BLOOD warten auf euch.

BORDELLO OF BLOOD ist seit dem 13.04.2017 erstmals in einer ungekürzten Fassung auf Blu-Ray im Handel erhältlich.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

 

Quelle: Pressematerial Koch Media 2017

 

 

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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