BLACK PANTHER (2018)

Schwarze Super-Raubkatzen & Heimkino-Editionen

Alle reden noch über ein folgenreiches Fingerschnippen im Kino, da bringt Disney mit BLACK PANTHER bereits den ersten erfolgreichen Superheldenfilm in diesem Kinojahr für das Heimkino heraus. Da können wir natürlich nicht wegsehen und begrüßen das Kätzchen bei uns zu Hause.

 

INHALT:

Nachdem sein Vater bei einem Anschlag ums leben kam, kehrt T’Challa zurück in seine Heimat Wakanda, um sein Erbe anzutreten. Doch dazu muss er sich zunächst eine Probe unterziehen. Denn mit dem Thron von Wakanda wird jeder Herrscher auch zum Black Panther. Dieser ist der Beschützer einer Nation, die ihre wahre Macht vor der Weltgemeinschaft bisher verborgen gehalten hat. So gilt Wakanda nach außen als ein verarmtes Land voller Bauern. In Wahrheit jedoch befindet sich dort eine sehr moderne Metropole versteckt unter einer Tarnkuppel.

Kaum einer kennt das Geheimnis und die, die es wissen, aber nicht Teil der Bevölkerung von Wakanda sind, streben danach, der Nation ihre fortschrittliche Technologie aus dem seltenen Metall Virbranium zu stehlen. Nach den neusten Ereignissen in New York und Sokovia kann sich Wakanda jedoch nicht mehr verstecken. Die Welt braucht die Technologie, um für kommenden Gefahren vorbereitet zu sein.

Und so steht Wakanda noch vor dem offiziellen Antritt von T’Challa als neuen Herrscher vor einem Scheideweg. Obendrein erscheint plötzlich ein weiterer Anwärter auf den Thron. Und so muss der Black Panther einige bedeutende Entscheidungen für sich und sein Land treffen, um einen Bürgerkrieg zu verhindern und die Bevölkerung zu schützen…

FAZIT:

Über den durchweg sehenswerten Film haben wir bereits beim Kinostart gesprochen. Ich mochte die farbenfrohe Welt von Wakanda, wenngleich die Story selbst nicht viel Innovation versprühte. Nun ist BLACK PANTHER für das Heimkino erschienen und ich möchte euch erzählen, was euch mit der Blu-Ray noch erwartet. Aber dies gibt mir auch noch die Gelegenheit, auf Aspekte einzugehen, die bisher nur am Rande angesprochen wurden.

BLACK PANTHER gilt für manche schon als kleiner Meilenstein im Marvel Cinematic Universe. Nicht nur, dass der erste afroamerikanische Superheld seinen eigenen Film in diesem Franchise erhält, geht dieses Werk auch in eine eigene Richtung: BLACK PANTHER spielt hauptsächlich in der afrikanischen Steppe vor einer beeindruckenden Kulisse und vereint darin traditionelle Werte mit einer futuristischen Szenerie. Diese erhält durch die mystischen Traditionen des Volkes auch etwas Düsteres. Dabei fühlte sich dieses Land nie völlig fantastisch an, weil auch reale Elemente unserer Welt hier sensibel eingefügt wurden. Eine einzigartige Mischung, die sich absolut von allem, was wir bisher aus dem MCU kennen, absetzt. Und genau das war das erklärte Ziel der Filmemacher.

Immerhin taucht mit T’Challa aka Black Panther zum ersten Mal ein afroamerikanischer Superheld in seinem eigenen Film auf. Bisher waren diese, wie etwa War Machine oder Falcon, mehr Sidekicks ohne große Hintergrundstory. Ein Grund mehr, auch in der Optik etwas anderes zu machen. Die lehnt sich an die ersten Comic-Hefte aus den 1960er Jahren, in denen der Black Panther auftrat, an, führen alles jedoch ins 21. Jahrhundert. In den Featurettes, die ebenfalls auf der Blu-Ray zu finden sind, erfahren wir, das man nicht ein afrikanisches Volk zeigen wollte, sondern sehr sensibel einen Querschnitt aller afrikanischer Traditionen schuf. Und so wurden Elemente verschiedenster Stämme im Volk von Wakanda vereint. Das sollte nicht etwa alle Afrika abholen, sondern ist gleichermaßen eine Wertschätzung für die Völker Afrika wie auch ein zeit-geistliches Statement für die gesamte Weltbevölkerung: „Wir haben zwar alle unsere Traditionen, aber wir alle sind ein Volk.“

Mehr noch: Wakanda ist eine Nation in Afrika, die sich selbst verwalten und entwickeln konnte – ohne die Herrschaft einer europäischen Kolonialmacht. Der Staat wurde nie ausgebeutet. Warum auch? Man dachte Jahrzehnte lang, das dort nichts zu holen sei. Statt dessen ist ausgerechnet ein afrikanisches Land das Fortschrittlichste der gesamten Erde im MCU. Und das in INFINITY WAR ausgerechnet diese hochmoderne Nation aus Afrika sich der Armee von Thanos stellt, macht Wakanda noch bedeutungsvoller. BLACK PANTHER ist also, ganz der Tradition der Figur, politisch und idealistisch aufgeladen.

Dabei hätte der Film mit einem erhobenen Zeigefinger und viel Pathos diese Werte vermitteln können. Ja, es hätte ein AMISTAD oder ein 12 YEARS A SLAVE sein können. Doch BLACK PANTHER ist eben ein Superheldenfilm. T’Challa ist kein Sklave, sondern ein Herrscher, ein Thronfolger, Vordenker und Politiker mit Einfluss. Dem Film gelingt es, die Werte eben ohne Vorwurf, sondern mit einem leuchtenden Funke der Hoffnung zu vermitteln. Der Blick verharrt nicht in einer düsteren Vergangenheit. Nein, er ist in die Zukunft gerichtet. T’Challa ist sich seiner Verantwortung für sein Volk, aber eben auch für die Erde bewusst ist. Das alles macht den Film nicht nur für das MCU, sondern als Spiegelbild unserer Gesellschaft relevant.

Und so steckt hinter der einfachen Geschichte eines Kampfes um die Thronfolge eine Metaebene, die sich nicht anbiedert und doch all umgebend ist. Es lohnt sich also, nachdem man sich BLACK PANTHER angeschaut hat, auch einen tiefen Blick in die Extras zu werfen, um dieses Werk auch auf anderen Ebenen, abseits der tollen Optik und des eindrucksvollen Helden, zu werfen.

Darüber hinaus ist sowohl die Bildqualität als auch der Ton mehr als ausreichend, um den Film zu genießen. Und wer mag, der darf sich auch über eine exklusive Vorschau auf dem bereits gestartete Film ANT-MAN AND THE WASP freuen. Definitiv lohnt sich für alle Marvel-Fans aber noch der Rückblick auf zehn Jahre MCU.

Insgesamt also wiedermal eine gelungene und solide Heimkino-Version ohne Fehler. BLACK PANTHER ist seit dem 19.07.2018 auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Disney/ Marvel

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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