BATTLE ROYALE (2000)

Tribute von Panem in brutal

Die Grundidee von BATTLE ROYALE ist hinreichend bekannt und wurde oft genug umgesetzt: Mehrere Personen werden an einem Ort zusammengebracht und müssen sich gegenseitig töten, bis nur noch einer übrig bleibt – das Konzept kennt man zum Beispiel von RUNNING MAN (1987), The Tournament (2009) und natürlich von der erfolgreichen DIE TRIBUTE VON PANEM-Reihe, der BATTLE ROYALE am stärksten ähnelt. Denn auch bei dem 12 Jahre früher erschienenen BATTLE ROYALE geht es um Schüler, die gegeneinander antreten müssen.

Doch wo DIE TRIBUTE VON PANEM vor allem für Teenies gedacht und geeignet ist, ist BATTLE ROYALE die erwachsene Version. Er ist jetzt erstmals in der ungekürzten Fassung erschienen.

INHALT:

In naher Zukunft herrscht hohe Arbeitslosigkeit und Jugendkriminalität. Die Schüler sind faul, gefährlich und scheren sich einen Dreck um alles und jeden. Deshalb wurde ein Gesetz erlassen, nach dem jedes Jahr eine Schulklasse in einem Spiel gegeneinander antritt.

Das Spiel ist einfach: Wer als Letzter überlebt, hat gewonnen. Lebt nach Ablauf der Zeit mehr als eine Person, sterben alle. Die Schüler gehen unterschiedlich mit der Situation um. Manche bringen sich schnell selbst um, manche versuchen eine friedliche Lösung zu finden, manche planen, gegen das System aufzubegehren – und manche spielen das Mörderspiel begeistert mit.

FAZIT:

Ein Höhepunkt von BATTLE ROYALE ist sicherlich Takeshi Kitano, der die Rolle des Spielleiters übernimmt. Hierzulande kennt man die Regie- und Schauspielikone wohl weniger wegen seiner Filme wie VIOLENT COP (1989), SONATINE (1993) oder ZATOICHI – DER BLINDE SAMURAI (2003) als wegen seiner Rolle des Takeshi in der Kult-Fernsehshow „Takeshi’s Castle“. Für Fans dürfte er wohl der größte Grund sein, sich den japanischen Exploitationfilm BATTLE ROYALE anzusehen.

Ansonsten bietet der Film leider eher wenig Überraschungen. Mit lauter, nicht gerade subtiler Musik bei den Schock- und Terrormomenten und mit bekannten Horror- und Exploitationfilm -Charakteren, über deren dämliches Verhalten man sich aufregen kann, bewegt er sich heutzutage auf bekanntem Terrain, auch wenn das in seinem Erscheinungsjahr noch anders gewesen sein wird.

BATTLE ROYALE hat leider unbestreitbar einige Schwächen. Wie zum Beispiel die erwähnten, selten dummen Figuren: Es ist oft nicht ersichtlich, warum die Personen so handeln wie sie handeln – zum Beispiel wenn sie lange reden, anstatt den anderen einfach wie geplant zu töten. Aber mit diesem Problem steht der Film ja nicht allein da, es scheint Teil des gesamten Horror/Exploitation-Genres zu sein.

Etwas Selbstironie oder zumindest etwas Abstand zu sich selbst hätte dem Film allerdings gut getan. Für einen ernsthaften Film ist BATTLE ROYALE zu abgedreht, für einen abgedrehten Trash-Film aber ist er zu ernsthaft. Auch die nicht überzeugende deutsche Synchro ist ein kleines Manko des Films.

Nichtsdestotrotz macht der Film bestimmt denjenigen Spaß, die sich eine blutigere und brutalere Version von TRIBUTE VON PANEM gewünscht haben. Für sie sind genügend Gewaltszenen vorhanden. Ihnen dürfen nur die belanglosen Gespräche, die drumherum aufgebaut sind, nichts ausmachen, dann haben sie einen spaßigen Filmabend sicher.

So ist BATTLE ROYALE ein nicht sehr hochwertiger aber über viele Strecken auch recht unterhaltsamer Film.

BATTLE ROYALE ist seit dem 28.04.2017 als 4-Disc SteelBook und Single-DVD erhältlich.

von Benjamin Wirtz

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Capelight Pictures 2017

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Benjamin Wirtz

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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