BAD MOMS (2016)

Auch Mütter dürfen feiern

Mit BAD MOMS präsentieren uns die HANGOVER- Autoren Jon Lucas und Scott Moore eine waschechte Party-Komödie, in der auch mal gestresste Mütter die Sau rauslassen dürfen. Ob sich ein Blick auf den Spaß lohnt, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.

INHALT:

Amy Mitchell (Mila Kunis: TED/ FREUNDSCHAFT PLUS) steckt mittendrin im Alltagswahnsinn. Die attraktive 32-Jährige strampelt sich ganz schön ab, um Kids und Karriere unter einen Hut zu bringen. Als sie herausfindet, dass sie von ihrem Mann Mike (David Walton: BURLESQUE) auch noch betrogen wird, ist Schluss mit Nettigkeit und Perfektion. Ab sofort pfeift Amy auf alle Regeln, setzt den untreuen Gatten kurzerhand vor die Tür und lässt es mit ihren neuen Freundinnen, der braven Kiki (Kristen Bell: VERONICA MARS/ WHEN IN ROME) und der frivolen Carla (Kathryn Hahn: THE VISIT), so richtig krachen:

Supermom war gestern – jetzt regieren die Bad Moms! So viel unverschämte Freizügigkeit ruft umgehend Gwendolyn James (Christina Applegate: VACATION) auf den Plan. Die spießige Übermutter der Schule hält nämlich gar nichts von Spaßkultur und setzt ein böses Intrigenspiel in Gang, was Amy nur noch mehr in Fahrt bringt: Ring frei für den „Battle of the Moms“!

FAZIT:

BAD MOMS ist einer der Filme, den man nicht allzu ernst nehmen sollte. Nehmen wir einmal außer Acht, dass Amys Pechsträhne in den ersten fünf Minuten ziemlich unrealistisch ist (soviel auf einmal kann einfach nicht passieren!) und eine bis gestern verantwortungsvolle Mutter mal eben nicht spontan 4 Kinder (darunter einen Säugling) zuhause lässt um sich auf ein Lunch mit neugewonnenen Freundinnen zu treffen, dann kann BAD MOMS einfach ein herrlicher Spaß sein.

Wahrscheinlich wurde der Handlungsverlauf bewusst unrealistisch gehalten, denn er passt zu den zahlreich überspitzten Charakteren, die hier aufeinandertreffen.

Amy ist eine erfolgreiche junge Frau, die relativ früh Mutter geworden ist und scheinbar alles im Griff hat. Jedoch wird ihr immer mehr bewusst, dass sie viele Aufgaben übernimmt, die eigentlich ohne Probleme unter der Familie aufgeteilt werden könnten. Anstatt das Gespräch zu suchen, stürzt sie sich von Party zu Party und lässt ihr altes Leben von heute auf morgen liegen. Das könnte man direkt kritisieren, muss man aber nicht. Denn der Mix passt.

Wenn die Supermama und Elternratsvorsitzende Gwendolyn (herrlich bissig gespielt von „Dumpfbacke“ Christina Applegate) in bester Highschool-Zicken- Manier Intrigen spinnt und Amy den Krieg erklärt oder Carla als nachlässiges Sexmonster die Hälfte der Väter im Bett hatte, kann man nicht anders, als das Denken abzustellen und den sympathischen Darstellerinnen beim Spaß zuzusehen. Denn der ist hier wirklich jedem anzusehen.

Wirklich „BAD“ sind die Moms aber nicht, denn das BAD beschränkt sich auf eher harmlose Aktionen, die gegen Genrekollegen wie HANGOVER eher blass dastehen. Allerdings ist jeder gewonnene Spaß wohl eine Offenbarung für jede gestresste Mutter, und so ganz eskalierend muss es dann auch nicht sein. Nichtsdestotrotz sorgt die Sauftour durch den Supermarkt, die Hausparty mit den Mädels oder der Kinobesuch, in dem GRAVITY in einer Schnulzenversion gezeigt wird für Augenzwinkern, denn man freut sich mit den Frauen, die nach Jahren der Tyrannei und Zwangsarbeit endlich die Sau rauslassen dürfen.

Auch wenn einige Gespräche unter der Gürtellinie liegen, driftet BAD MOMS nicht allzu sehr ins Obszöne ab, denn es gibt auch viele rührende Momente, die sich immer wieder mit den Frechen abwechseln und so eine gute Balance halten. Erotisch ist nicht der Dad, der nur gut aussieht, sondern auch schnell beim Einbau des Kindersitzes ist. Böse sind die, die Perfektion von Anderen verlangen und keine Macken zulassen. So verkommen die Charaktere nicht zu oberflächlichen Witzfiguren, sondern sind warmherzige Menschen, die ihre Familien weiterhin so lieben, wie sie sind.

Sehr schön ist übrigens der Abspann, für den sich die Mütter der Darstellerinnen vor der Kamera versammeln und über die Kindheit oder eigene Fehler als junge Mama erzählen – die ein oder andere Träne dürfte bei besonders nah am Wasser gebauten Zuschauern fließen.

BAD MOMS ist fetzig, schnell und kurzweilig. Das Geschehen wird mit einem hochaktuellen Soundtrack garniert, auf dem sich Icona Pop, DNCE oder Demi Lovato tummeln. Angesichts der Tatsache, dass der Film bei einem Budget von 20 Millionen US-$ satte 180 Millionen eingespielt hat, darf man sich bestimmt auf eine Fortsetzung freuen. Wer den Kopf ausschalten und eine kurzweilige Komödie genießen will, ist mit BAD MOMS gut aufgehoben. Und ein Glas Hugo dazu geht auch.

BAD MOMS ist seit dem 20.01.2017 auf DVD und Blu-Ray m Handel erhältlich.

von Salih Yayar

Bewertung:

 

Quelle: Tobis Filmverleih 2017

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Salih Yayar

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Hey, ich bin Salih, 28 Jahre alt, kinosüchtig und Serienfreund. Große Epen, Sci-Fi und Independent sind mein Ding - also eigentlich alles. Und wenn ich nicht gerade über Multimedia oder Politik diskutiere, versuche ich selber mal etwas auf die Leinwand zu zaubern. Meistens kläglich.
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