Schwarz auf weiß #21: EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE (1951)

Weihnachtsfilme gibt es viele. Jeder hat die freie Auswahl, ob er Weihnachten einen traurigen, lustigen, schaurigen oder schönen Film sehen möchte. Meine liebste Weihnachtsgeschichte ist EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE von Charles Dickens von 1843. Die Geschichte war sehr erfolgreich und ist bis heute so oft für Radio, Kino und Fernsehen adaptiert worden, dass ich kaum den Überblick behalten kann.

Ich schau ihn zur Weihnachtszeit viermal. Da ist DIE MUPPET WEIHNACHTSGESCHICHTE mit den Muppets, DIE GEISTER DIE ICH RIEF mit Bill Murray, EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE mit Sir Patrick Stewart und natürlich EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE aus dem Jahr 1951 mit Alastair Sim in der Hauptrolle. Wir konzentrieren uns hier natürlich auf die Version von 1951, da sie schaurig schön ohne Farbe auskommt.

 

INHALT:

Zum Inhalt muss ich kaum etwas erzählen. Der Film erzählt die Geschichte des gierigen Geldverleihers Ebenezer Scrooge. Dieser ist alt und garstig und kann selbst zu Weihnachten sein eisiges Herz nicht erweichen. Nun bekommt er in einer einzigen Nacht gleich mehrfach Besuch. Zuerst besucht ihn der Geist seines verstorbenen Teilhabers Jacob Marley (Michael Hordern), der ihm droht, wenn er sein Leben nicht ändert, wird er genauso rastlos als Geist herumirren, wie Marley selbst es tun muss. Er kündigt außerdem die Ankunft von drei weiteren Geistern an, die Scrooge die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufzeigen werden. Durch diese Erlebnisse schockiert, ändert Scrooge sein Leben und wird zu einem besseren Menschen.

Die Thematik der Geschichte ist keine ganz leichte Kost und zur Zeit der Veröffentlichung war es eine klare Gesellschaftskritik. Es ist ein zeitloser Klassiker, der sich auf jede Zeit anwenden lassen kann. Gerade in der Weihnachtszeit sehen wir immer wie sehr wir dem Konsum und der Gier verfallen sind. Ich lebe in einer Innenstadt und brauche nur aus dem Fenster schauen, um die Menschen mit ihren riesigen Tüten zu sehen, die immer mehr kaufen und kaufen.

Die Verfilmung von 1951 ist jedoch eine der besten Adaptionen. Das Drehbuch blieb der Vorlage größtenteils treu, bis auf ein paar Ausnahmen. Am gravierendsten ist es in dem Teil der vergangenen Weihnacht. Hier wurde aus Scrooges kleiner Schwester seine ältere Schwester und es wurde erzählt, dass seine Mutter im Kindsbett gestorben ist. Zusätzlich wurden Szenen kreiert, die ursprüngliche Treffen erzählten, die das zwischen Scrooge und Jacob Marley.

Einen großen Verdienst an dem Erfolg des Films hat Alastair Sim. Eine so große Rolle wie Scrooge zu verkörpern, verlangt einem Schauspieler viel ab. Es ist ein sehr facettenreicher und komplizierter Charakter. Er ist böse und gierig, aber er muss auch eine andere Seite haben, die vom Schauspieler herausgearbeitet werden muss. Wenn dies nicht passiert, kann der Zuschauer nicht mitfiebern, ob er sich doch noch ändert. Sim hat diesen Balanceakt bravourös gemeistert. Aber auch der Rest des Casts war hervorragend. Mervyn Johns, bekannt aus TRAUM OHNE ENDE und Hermione Baddeley spielen Mr. and Mrs. Cratchit hervorragend. Und natürlich sind die Geister Michael Dolan (Geist der vergangenen Weihnacht), Francis De Wolff (Geist der gegenwärtigen Weihnacht) und C. Konarski (Geist der zukünftigen Weihnacht) besonders hervorzuheben, die Scrooge so überzeugend klar machen, wohin sein Leben steuert.

Ursprünglich hatte der Film gar nicht so einen guten Start. Er wurde in den USA zum ersten Mal an Halloween gespielt, weil er zu schaurig für Weihnachten war. Er mauserte sich aber schnell zum Erfolg wird wohl fast genauso oft gesehen, wie IST DAS LEBEN NICHT SCHÖN. Weihnachten ist nun mal nicht dasselbe ohne unsere liebsten Weihnachtsfilme.

Schwarz auf weiß #19: Eine kurze Geschichte des Horrors

Es gibt die weitverbreitete Annahme, dass der erste Film 1895 ARBEITER VERLASSEN DIE FABRIK von den Lumiere Brüdern war. Ich nutze das Wort Annahme, da es zu dieser Zeit viele Entwicklungen im Bereich Film gab und man es nicht ganz genau sagen kann. Der Film war dokumentarisch, er zeigte einfach, wie Arbeiter eine Fabrik verlassen.

Aber schon kurze Zeit später ging es Weiter im Text

GIMME DANGER – THE STORY OF THE STOOGES (2017)

„Die beste Rock’n’Roll Band, die es je gab“

Mit GIMME DANGER – THE STORY OF THE STOOGES widmet sich Jim Jarmusch erneut seiner Leidenschaft für die Musik. Die Dokumentation über die legendäre Rockband „The Stooges“ ist der subjektive Blick eines Fans, der es versteht, Bild und Ton zu einem Werk zu vereinen, dass der Band würdig ist.

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HITLERS HOLLYWOOD – DAS DEUTSCHE KINO IM ZEITALTER DER PROPAGANDA 1933 – 1945 (2017)

Hitler mochte Mickey Mouse

Mit HITLERS HOLLYWOOD – DAS DEUTSCHE KINO IM ZEITALTER DER PROPAGANDA 1933 – 1945 von Rüdiger Suchsland kommt diese Woche eine Dokumentions in den Handel, welche die Zeit des Nationalsozialismus aus einem anderen Blickwinkel heraus analysiert: Ausgerechnet in dieser Zeit gingen so viele Deutsche wie nie (auch niemals mehr danach) ins Kino. Und das, was es dort zu sehen gab, war nicht nur Propaganda…

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Schwarz auf weiß #18: DIE ADDAMS FAMILY und (nicht gegen) DIE MUNSTERS

Immer wieder geht es in Artikeln darum, was nun besser war: DIE ADDAMS FAMILY oder DIE MUNSTERS. Beide Serien gingen innerhalb einer Woche im September 1964 auf Sendung. Natürlich haben beide einige Gemeinsamkeiten aber sie sind auch verschieden. Ich möchte mich daher nicht entscheiden, welche nun die bessere Serie ist, sondern sie euch beide vorstellen und ans Herz legen – jede von ihnen ist großartig. Weiter im Text

Schwarz auf weiß #17: ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN

Seit ich zwölf Jahre alt war, habe ich in der Theatergruppe der Schule mitgespielt. In einem Jahr kam meine Lehrerin und stellte uns das neue Stück vor, das sie mit uns aufführen wollte. Ich hab sogar eine der beiden Hauptrollen bekommen. Als eine von zwei älteren Damen sollte ich als Tante Abby alleinstehende ältere Männer mit vergifteten Holunderwein umbringen. Natürlich nur aus reinem Mitgefühl und aufgrund meines guten Herzens. Schließlich waren diese Männer einsam und allein.

Das Stück hieß Weiter im Text