AUF DER SUCHE NACH DEM ULTRA-SEX (2015)

Porno-Schnipsel, absurde Story & Ultra-Synchro

Stellt euch vor, ihr habt noch ein paar Pornos im Keller, aber keiner ist mehr vollständig erhalten. Was tun? Am besten, man nimmt die schönsten Stellen heraus, arrangiert sie zu einem Werk und legt eine komplett neue Synchro darüber. Zack, fertig: AUF DER SUCHE NACH DEM ULTRA-SEX.

Wie? Pornos sind nicht euer Ding? Nun, dann schaut mal hier rein, vielleicht ändert sich eure Meinung. Aber vorsichtig: Der Film ist mindestens ab 16 und bei weitem nicht jedermanns Geschmack.

 

INHALT:

Was für ein großes Unglück: Der „Ultra-Sex“ wurde gestohlen. Was das bedeutet? Eigentlich alles und nichts. Und doch versinkt die Welt im Chaos. Überall wird gevögelt und geschnackselt, während eine notgeile Raumschiffbesatzung auf der Suche nach den Dieben ist.

FAZIT:

Absurde Szenen spielen sich ab, in denen Bild und Ton mal gar nicht zusammenpassen. Der Wahnsinn hat Methode, denn die beiden Regisseure Nicolas Charlet und Bruno Lavaine von AUF DER SUCHE NACH DEM ULTRA-SEX haben sich bei dieser Collage etwas gedacht: 2.500 Pornos haben sie dafür gesichtet. Die meisten stammen aus den 1970er und 1980er Jahren. Sie waren verblüfft, wie „aufwändig“ manche Pornos dieser Zeit erzählt wurden. Ihr Film ist eine Hommage an diesen Porno-Stil, in dem sich alle Filmgenre treffen, nicht selten große Blockbuster, wie etwa STAR TREK, frech kopiert und in eine frivole Geschichte eingebettet wurden. Damit der „Handlungsbogen“ dieses total absurden Filmes passt, wurden alle Szenen neu synchronisiert.

Genau diese Neusynchronisation verleiht AUF DER SUCHE NACH DEM ULTRA-SEX etwas im wahrsten Sinne des Wortes bumskomisches. Für die deutsche Synchro konnten Oliver Kalkoffe und Peter Rütten, die spätestens für ihre SchleFaz-Filmreihe auf Tele 5 bekannt wurden, gewonnen werden. Beide sprechen sowohl Mann als auch Frau – auch und vor allem in anzüglichen Szenen. Wer die beiden kennt, der ahnt, wie frech, ungezwungen und überspitzt bissig ihr Humor sein wird. Die beiden „Experten für schlechte Filme“ sind die idealen Ultra-Synchros für den Film.

Denn vor allem durch diese deutsche Synchro wirkt der Film wie eine fortlaufende Parodie, bei der jedoch echtes Bildmaterial von Pornos verwendet wurde. Mit Brüsten darf quasi sekündlich gerechnet werden. Wirklich pornografisches Material wird hingegen konsequent herausgeschnitten. AUF DER SUCHE NACH DEM ULTRA-SEX ist Kunst mit der Kunst und kein Porno. Doch man darf diese Collage auch als einen Zeitsprung in die Vergangenheit ansehen. Es ist eine Retrospektive auf eine Zeit der Porno-Industrie, in der man sich wirklich viel Mühe gab, in der alles trotzdem sehr trashig aussah. Mit wenigen Mittel wurden Fantasien erschaffen, die stets plump auf ein Ende hinausliefen: Den Abschluss und Abschuss.

Dafür wurden die irrsten Handlungen ausgedacht, in denen auch mal Nasen Penisse sind und Vaginas Laserstrahlen schießen. Das gute alte Rein-Raus-Spiel hat eben viele Facetten und Vorlieben. Und die Porno-Industrie wusste stets, diese zu bedienen. AUF DER SUCHE NACH DEM ULTRA-SEX huldigt diesem Anspruch durch einen humorvollen, aber durch sein Bildmaterial auch wenig geschmackvollen Film.

Und seien wir mal ehrlich: Niemand braucht diesen Film. Keiner wird ihn ernsthaft in die Filmgeschichtsschreibung aufnehmen. Doch warum muss ein Film auch immer Relevanz oder einen gesellschaftlichen Stellenwert haben? AUF DER SUCHE NACH DEM ULTRA-SEX ist nichts anderes als ein Experiment, eine Hommage an eine anzügliche „Kunstform“ des Filmemachens. Dafür muss man in Stimmung sein. Nicht so, wie ihr jetzt denkt. Denn Lust kommt dabei nicht auf. Im Gegenteil, es ist der Fremdscham, der überwiegt. Und auch mit dem lässt sich herzlich lachen oder eben akrobatisch Köpfe schütteln. Am Ende fühlte ich mich etwas missbraucht – aber das ist okay und tat nur ein bisschen weh.

AUF DER SUCHE NACH DEM ULTRA-SEX ist ab dem 28.03.2018 auf DVD (Warum eigentlich nicht auf VHS?) im Handel erhältlich.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Alive – Vertrieb und Marketing

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
Jörg Gottschling

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