#9 (2010)

Kleine Roboter und fiese Biester

Der Animationsfilm #9 setzt sich von den Disney & Pixar oder Dreamworks Knuddelmuffelfilmchen ab. Vielmehr ist er ein düsterer Endzeit-Actionfilm mit tollen Effekten, nachdenklichen Momenten und viel Gefühl.

INHALT:

In einer postapokalyptischen nahen Zukunft zeigt sich das gesamte Ausmaß eines Krieges, der niemals stattfinden sollte. Mitten in diesem Chaos erwacht eine kleine Maschine in Jutehaut und mit der Zahl „Neun“ auf dem Rücken. Schnell wird ihm bewusst, dass die Erde zwar unbewohnbar und doch nicht völlig entvölkert ist.

Ein rattenähnliches Roboterskellet nimmt bald die Fährte des kleinen Männchens auf und Jagd ihn durch die Trümmer einer verrotteten Stadt. Im Gehetzte trifft er auf einen Artgenossen. Sein Bezeichnung: „Zwei“! Dieser kann „Neun“ im letzten Moment retten, wird jedoch selber von der Bestie verschleppt.

Im Laufe der Entwicklungen lernt der kleine Roboter weitere Mitstreiter kennen. Sie alle sind durchnummeriert. Ihr Anführer ist, nicht überraschend, „Eins“. Versteckt hausen sie im Schutze einer alten Kirche und leben ein Dasein in Angst vor der Bestie. „Neun“ hingegen ist anders. Er will mehr über ihren Ursprung erfahren und macht sich zusammen mit dem ängstlich-neugierigen „Fünf“ auf die Suche nach „Zwei“.

FAZIT:

Regisseur und Drehbuchautor Shane Acker konstruierte eine Welt die gleichermaßen beängstigend wie unglaublich melancholisch wirkt. In einem Kurzfilm erzählte er bereits 2005 im Rahmen seiner Abschlussarbeit die Geschichte der kleinen Roboter. Mit Unterstützung namenhafter Filmproduzenten wie Tim Burton gelang es ihm seinen Kurzfilm zu einem Kinofilm mit epischen Weiten auszubauen.

Wem wundert es daher, dass der Stil der Welt einen deutlichen Touch THE NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS bekommen hat. Doch lasst euch von dieser Tatsache nicht abschrecken, denn weder fangen die kleinen Wesen an zu singen, noch versucht der Film kindgerecht zu sein. Vielmehr überwiegen actiongeladene, rasante Kampf- und Verfolgungsszenen.

#9 ist ein Animationsfilm, der sich lohnt. Denn er ist eines der wenigen Werke, das ohne viel Text auskommt und doch eine unendliche, emotionale Tiefe erreicht. Und trotzdem verliert er nicht an Unterhaltungswert und gleicht die schrecklich schöne Melancholie der städtischen Einöde mit explosiven Roboterkämpfen aus.

Hier könnt ihr die Filmkritik nochmal nachhören:

Shane Ackers #9 ist ein Film, der näher an der Zukunft dran sein könnte, als sein Macher sich jemals hätte ausmalen können; ein Film über Roboter, die mehr Mensch sind als manch einer von uns.

von Jörg Gottschling

Quelle: Pressematerial Universal Pictures Germany GmbH

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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