„Es war einmal in einer weit, weit entfernten Galaxie…“ – 5 sehenswerte Science-Fiction Märchen

Das größte Science-Fiction Märchen der Filmgeschichte erwacht aus seinem Dornröschenschlaf und stürzt sich mit STAR WARS VII: DAS ERWACHEN DER MACHT von Regisseur J.J. Abrams in ein weiteres Weltraumabenteur. Raumschlachten, Lichtschwertkämpfe, explodierende Planeten sowie Geschichten über Freundschaft, Mut und Liebe sind tragende Elemente der Science-Fiction Märchenreihe, die einst von George Lucas erdacht wurde.

Aber der Krieg der Sterne und das Abenteuer in einer fantastischen, fremden Welt können auch ganz anders aussehen und trotzdem herrlich unterhalten. Zum Kinostart des neusten STAR WARS-Films stellt euch der Filmaffe fünf wirklich sehenswerte Science-Fiction Märchen vor.

 

CITY OF EMBER – FLUCHT AUS DER DUNKELHEIT (2008)
Eine Stadt unter der Erde: In Ember leben die Bewohner seit Jahrhunderten isoliert von der Außenwelt. Doch aus der Not wurde eine Tugend und aus einer dunklen Höhle eine florierend, leuchte Metropole, in der die Dunkelheit durch eine wahre Lichterflut verdrängt wurde. Nun steht jedoch das Herz von Ember, der Energie-Generator, kurz vor dem Zusammenbruch und Ember vor seinem Untergang.

Lina (Saoirse Ronan) und Doon (Harry Treadaway), zwei mutige Teenager, suchen nach einer Lösung, doch Bürgermeister Cole (Bill Murray) hat seinen ganz eigenen, durchtriebenen Plan. Kann Ember überhaupt noch gerettet werden? Und was erwartet die Bewohner eigentlich hinter den hohen Mauern, die ihnen über so viele Jahrzehnte Schutz boten?

CITY OF EMBER basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jeanne DuPrau und ist die Verfilmung des ersten Teils einer bisher vierteiligen Buchreihe. Regisseur Gil Kenan (POLTERGEIST; 2015) debütierte mit seine surrealen Science-Fiction-Erstlingswerk im großen Filmbusiness und zeigte dabei viel Gespür für Bildpoetik gemischt mit einem akzentuierten Retro-Steam-Punk-Look. Dieser Ansatz ist durchweg gelungen, denn man spürt das Leben in Stadt unter Tage förmlich.

Das dystopisches Setting bringt für eine Produktion dieser Größe viel Tiefgang, ja gerade zu eine gewisse Schwermütigkeit der freien und doch gefangenen Bewohner von Ebmer mit sich. Die Suche nach einem Ausweg aus der Dunkelheit wird darüber zur mehrdeutigen Metapher: So ist das Ziel des Abenteuers, das zu bestehen gilt, nicht nur die Zukunft einer Stadt, sondern auch die Suche nach dem Licht, der Erleuchtung des Einzelnen. Es sind die Fragen danach „Wer wir sind?“, „Wo wir hingehören?“ und „Was uns ausmacht?“, die in diesem optisch wunderschönen, traurigen Märchen beantwortet werden wollen.


SUCKER PUNCH (2011)
Unterdrückt und gequält von ihrem schrecklichen Stiefvater gelangt Babydoll (Emily Browning) in ein psychiatrische Anstalt für junge Mädchen. Dort herrscht ein ebenso erbarmungsloser Aufseher mit seinen Wärter über die labilen Mädchen. Für Babydoll steht fest: Sie muss diesem Gefängnis entkommen, bevor sie für immer ruhiggestellt wird. Sie verbündet sich mit vier anderen Mädchen und schmiedet einen Ausbruchsplan.

Um der Realität der Anstalt zu entkommen und ihren Ausbruch erfolgreich abzuschließen, taucht sie in eine Fantasiewelt ab, in der Orks, Zombisnazis und andere obskure Kreaturen hausen. In dieser schrecklichen Welt sind sie und ihre Begleiterin Kämpferinnen, die um ihre Freiheit ringen…

SUCKER PUNCH von Zack Snyder (MAN OF STEEL; 2013/ 300: RISE OF AN EMPIRE; 2014) ist die eierlegende Wollmilchsau unter den Science Fiction Märchen. Der Film vereint völlig frech Science Fiction mit Fantasy, Psychodrama und Märchen. Dabei übertreibt SUCKER PUNCH nur allzu gerne. So reicht es nicht, dass ein Mädchen ungerechtfertigter Weise in eine Anstalt eingeliefert wird, sondern sie muss sich in gleich mehrere Realitäten verlieren, in denen die Gratwanderung zwischen Steam Punk, Film Noir und blutigen Schlachten mit abscheulichen, irrealen Kreaturen hin und her gewechselt wird. Optisch, wie musikalisch ist SUCKER PUNCH ein actionreicher Drogenrausch und genau deswegen mehr als einen Blick wert.


DUNE – DER WÜSTENPLANET (1984)
Das Jahr 10191: Ein Welten umspannender Machtkampf um die Vorherrschaft über das Galaktische Imperium beginnt. Die hohen Häuser, die seit je her in einem angespannten Verhältnis zu einander stehen, stellen sich einander entgegen und destabilisieren durch ein Netz aus Intrigen das Reich von Imperator Shaddam IV. (José Ferrer). Um seine Kontrolle über eines der wertvollsten Rohstoffe, eine mentale Droge mit dem Namen „Spice“, zu sichern, sendet er seinen Vertrauten Fürst Leto (Jürgen Prochnow) auf den Wüstenplaneten Arrakis. An diesem unwirtlichen Ort hausen monströse Sandwürmer und die Bevölkerung wird von der Armee des Imperiums unterdrückt. Ausgerechnet Leto Sohn Paul (Kyle MacLachlan) wird zum Erlöser und Befreier der Bewohner des Wüstenplaneten und stellt sich mit den Rebellen in einer offenen Rebellion gegen Shaddams Truppen…

DUNE – DER WÜSTENPLANET ist ein Frühwerk von David Lynch. Der Regisseur ist eigentlich dafür bekannt, dass man seine Filme eher nicht versteht. Mit Filmen wie MULHOLLAND DRIVE und BLUE VELVET sowie seiner Mysterie-Crime-Serie TWIN PEAKS schrieb er Filmgeschichte. Vor diesen surrealen Welten, die er mit der brachialen Realität auf unserer Erde mischte, zog es ihn in fremde Märchenwelten. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Frank Herbert zeigt aber schon erste Anzeichen der visuellen Entfaltungskraft seiner Filme und darf wohl als einziger Film ganz offen alles Ausleben ohne dabei seltsam auf den Zuschauer zu wirken – immerhin handelt es sich ja auch um einen hervorragenden Science Fiction Film.


DIE TRIBUTE VON PANEM (2012 – 2015)
Nordamerika, wie wir es heute kennen, existiert schon lange nicht mehr. Naturkatastrophen, Kriege und die rücksichtslose Ausbeutung von Rohstoffen haben das Land zu einem zerstörten Ort gemacht. Aus diesen Trümmern ist die Nation Panem entstanden, in der ein Kastensystem für Ordnung sorgt. Aufgeteilt in zwölf Distrikte, wird jeder Bewohner in seine Aufgaben hineingeboren. In der Mitte steht Distrikt 1 und das Kapitol. Ein Ort des Wohlstands, der mit seiner unerbittlichen Regierung die anderen Bewohner Panems Sklaven-artig unterdrückt.

Um dieses fragile System aufrecht zu erhalten, finden jedes Jahr die Hunger Spiele statt. In der grausamen Show werden Teenager aus den einzelnen Distrikten auf einander gehetzt. Am Ende darf nur ein Einziger überleben. Als jedoch die sechzehnjährige Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) aus Distrikt 12 den Platz für ihre kleine Schwester einnimmt und zusammen mit dem gleichaltrigen Peeta (Josh Hutcherson) bei den Spielen antritt, haben die unterdrückten Bewohner Panems nicht nur eine neue Galionsfigur für ihren Freiheitskampf gefunden, sondern Katniss selbst stellt sich gegen die Regeln des Spiels und wird zur Heldin von ganz Panem – Das Resultat ist ein entfachter Bürgerkrieg, den nur der Spotttölpel selbst beenden kann.

Über die TRIBUTE VON PANEM muss man derzeit eigentlich kaum noch etwas sagen. Die Reihe mit Jennifer Lawrence in der Hauptrolle ist dieses Jahr in DIE TRIBUTE VON PANEM: MOCKINGJAY 2 erfolgreich zu Ende gegangen. Basierend auf einer gleichnamigen Romanreihe bestechen die Filme nicht durch ihre großen Schlachten, sondern dadurch, dass die Handlung aus der subjektiven Sicht einer jungen Frau erzählt wird, die unerwartet und unwillig zur Symbolfigur einer Rebellion geworden ist. Der Kampf der Freiheit und die eigene Selbstentfaltung steht als oberste Prämisse im Zentrum der Handlung, sich aber auch einander gegenüber.

So wird der Kampf auf mehreren Ebenen geführt. Stärker als die offene Feldschlacht gewinnt die Macht der Medien und dessen Manipulation an Bedeutung für den Kampf der Distrikte. Viele Absichten der führenden Kräfte auf beiden Seiten des Bürgerkriegs bleiben im Dunkeln und es ist unklar, welche Seite eigentlich die Bessere ist. Ist Katniss nur ein Spielball? Kämpft sie für die richtige Seite? Wen kann sie wirklich vertrauen? Die Filmreihe lebt von dieser Ungewissheit und seiner surrealen Endzeitatmosphäre in einer dystopisches Welt.


STAR WARS – KRIEG DER STERNE (seit 1977)
Eine weit, weit entfernte Galaxie: Auf dem dünnbesiedelten Wüstenplaneten Tatooine lebt der junge Farmer Luke Skywalker (Mark Hamill) zusammen mit seiner Tante Beru und seinem Onkel Owen. Er träumt davon auf die Akademie zu gehen und mehr zu erleben, als es die einfache, einsame Arbeit auf der Farm ihm jemals bieten könnte. Als sein Onkel eines Tages die zwei Druiden C-3PO und R2-D2 kauft, gerät Luke plötzlich zwischen die Fronten des allmächtigen Imperiums und der kleinen Schar von Rebellen.

Es stellt sich heraus, dass der Astrodroide R2-D2 einer gewissen Prinzessin Leia (Carrie Fisher) gehörte und Pläne für den Todesstern, eine wichtige Waffe des Imperiums, in sich trägt. Er war auf dem Weg zum Hauptstützpunkt der Rebellen, um zu verhindern, dass die Welten-zerstörende Waffe jemals eingesetzt wird, musste jedoch mit seinem Roboterkumpel auf Tatooine notlanden. Gemeinsam mit dem mysteriösen Jedi-Ritter Obi Wan-Kenobi (Alec Guinness), dem Schmuggler Han Solo (Harrison Ford) sowie seinem pelzig-treuen Freund Chewbacca verlässt Luke Skywalker den Planeten. Ihr erstes Ziel ist die Rettung der Prinzessin, die als Gefangene auf dem Todesstern in Lebensgefahr schwebt…

Im Jahre 1977 schuf George Lucas ein Science-Fiction Märchen, das alles in sich vereint, was eine gute Geschichte benötigt: Strahlende Helden, magische Schwerter, fantastische Weltraumkreaturen, einen dunklen Ritter, eine weite Reise, der Kampf gegen eine übermächtige Macht und natürlich eine bildschöne Prinzessin, die es zu retten gilt. Seitdem wurde das Universum durch weitere Filmfortsetzungen, Bücher und Serien stetig erweitert. Heute gehört die KRIEG DER STERNE-Reihe zur Popkultur und hat Millionen Anhänger. Manche von diesen gehen sogar so weit, dass sie die Religion der Jedi in ihren offiziellen Pässe verewigt haben.

STAR WARS: Die richtige Reihenfolge!
Natürlich ist die richtige Reihenfolge, in der man die STAR WARS-Filme zum ersten Mal konsumieren sollte, ganz klar: Man sollte, nein man muss mit der originalen Reihe beginnen. Erst danach darf man sich den Episoden eins bis drei widmen. Echte Fans haben diesen Filmmarathon aber schon lange hinter sich gebracht, sie sprinten derzeit sogleich ins Kino, um sich STAR WARS VII: DAS ERWACHEN DER MACHT (Kinostart: 17.12.2015) anzuschauen.

Die Filmreihe selbst setzte Meilensteine in der Filmgeschichte. Die damalige optischen Effekte waren außergewöhnlich und auch der Sound brach Dimensionen. Bis heute ist die Soundschmiede THX, die eigens für STAR WARS gegründet wurde, eine der führenden Firmen für Filmsound. Doch die Filme können nicht nur technisch überzeugen. Denn gerade durch die Vielzahl an Welten, deren unzähligen und ungewöhnlichen Bewohner und durch die Zeiten-umspannende, komplexe Handlung, die jedoch auf einfachen Werten, wie Freundschaft, Liebe und Tapferkeit beruht, darf man wohl mit Fug und Recht behaupten: STAR WARS ist ohne Zweifel das beste Science-Fiction Märchen der Filmgeschichte.

Sofort loslegen!

Falls ihr jetzt noch Nachholbedarf habt, damit ihr überhaupt versteht, was in J.J. Abrams neusten Film geschieht oder ihr Lust bekommen habt, auf einen der anderen Filme, dann könnt ihr sofort loslegen. Denn auf Maxdome stehen alle STAR WARS-Filme, sowie die anderen hier aufgeführten Science-Fiction Märchen auf Abruf bereit.

von Jörg Gottschling

In freundlicher Zusammenarbeit mit Maxdome entstanden.

 

Bildquelle: Maxdome.de/ Pressematerial 20th Century Fox 2015

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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