5 Horrorklassiker aus den 70er Jahren, die man gesehen haben sollte

Das Halloween-Special 2016

Pünktlich zu Halloween hat der Filmaffe in der Filmgeschichte gegraben und nach sehenswerten Horrorklassikern geforscht. Hier präsentieren wir 5 Filme aus den 70er Jahren, die man unbedingt gesehen haben sollte. Dieses Jahrzehnt war stilbildend für das Horrorgenre, fast jedes Jahr erschuf einen großen Klassiker: 1974 Tobe Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE, 1975 Spielbergs Blockbusterhorror DER WEIßE HAI, 1976 Brian de Palmas CARRIE, 1977 David Lynchs Langfilmdebut ERASERHEAD, Wes Cravens HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN und Dario Argentos SUSPIRIA. Welche wichtigen fünf Filme haben wir noch nicht genannt? Das findet ihr unten. Wahrscheinlich werden den meisten Kinofreunden diese fünf Filme bekannt sein. Und wenn nicht: unbedingt nachholen!

5. DER EXORZIST (1973)

Ein Horrorfilm aus den 1970er Jahren kann heute nicht mehr schockieren? Falsch! Eine Szene, in der sich ein 13-jähriges Mädchen immer wieder ein Kreuz in die mittlerweile blutige Vagina schlägt, dabei mit tiefer Stimme „Lass dich von Jesus ficken“ schreit und dann den Kopf der Mutter in die blutige Masse ihres Unterleibs drückt, damit sie sie „leckt“ – das kann auch das heute so aufgeklärte, abgebrühte und abgestumpfte Publikum verstören. Bei solch grenzwertigen Szenen und Schockmomenten überrascht es nicht, dass die Zuschauer damals in den Kinos (der Legende nach) reihenweise in Ohnmacht fielen, sich übergaben oder psychische Anfälle bekamen. Dem Film, in dem ein junges Mädchen vom Teufel besessen ist, schadete es nicht: DER EXORZIST ist einer der erfolgreichsten Filme der 1970er Jahre, beeinflusste etliche weitere Horrorfilme und gilt heute zurecht als Horrorklassiker.

4. WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN (1973)

Der Film Wenn die Gondeln Trauer tragen (Originaltitel: Don’t look now) gehört wohl zu den unbekannteren Filmperlen des Horrorgenres. Stark Filminteressierte und Cineasten dürften den Film allerdings kennen. Er handelt von dem Paar John und Laura, das nach dem plötzlichen Tod ihres Kindes nach Venedig zieht, wo John eine Kirche restauriert. Während Laura dort zu einem Medium geht, sieht John immer wieder eine Gestalt, die er für seine Tochter hält. Selten wurde Venedig so unheimlich ins Bild gesetzt wie in WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGE. Der Film lebt von seinem atmosphärischen Stil, verfügt aber vor allem mit seinem berüchtigten Schluss auch über Schockmomente. Die grandiose Eingangssequenz fehlt in keinem Kurs über Montage und Filmschnitt. Trotzdem ist die wohl berühmteste Szene, die am meisten Wirbel verursacht hat, eine andere: eine Sexszene zwischen Julie Christie und Donald Sutherland, von der lange das Gerücht umging, sie wäre nicht gespielt…

3. DAWN OF THE DEAD (1978)

Die meisten Horror-, und vor allem Zombiefilm-Fans haben Zack Snyders DAWN OF THE DEAD von 2004 gesehen. Viel weniger aber kennen das (bessere) Original von 1978. Es ist der mittlere Teil von George A. Romeros ZOMBIE-Trilogie, zu der sonst noch DIE NACHT DER LEBENDEN TOTE (1968) und DAY OF THE DEAD (1985) – zu dem 2008 auch ein Remake erschien – gehört. Die Handlung von Snyders Version orientiert sich nah am Original. Auch im klassischen DAWN OF THE DEAD verschanzt sich eine Gruppe Überlebender in einem Einkaufzentrum. Im Gegensatz zum Remake sind hier die Effekte aber um einiges Handgemachter. Der Make-up- & Spezialeffekt-Künstler Tom Savini musste einfallsreich werden, um die gewünschten Splatterszenen zu ermöglichen. So sammelte er (angeblich) tagelang die Essensreste der Crew, packte sie in einen selbstgebauten Kopf und zerschoss ihn vor laufender Kamera. Die daraus entstandene Szene im Film mit dem explodierenden Schädel überrascht den Zuschauer mit ihrer Drastik. An anderer Stelle wird einem Zombie von einem Hubschrauberpropeller die Schädeldecke entfernt. Hier hockte Savini versteckt unter dem Schauspieler und pumpte eigenhändig das Blut hoch, dass aus dem offenen Schädel quellen soll. Durch solche Effekte ist sich DAWN OF THE DEAD der Sympathie der Zuschauer sicher. Und unterhaltsam ist der Horrorklassiker auch noch.

2. ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT (1979)

Was? Eine Frau als Hauptperson in einem Actionfilm? Das war in den 70er Jahren (und ist es heute noch) sehr ungewöhnlich. Doch Ridley Scotts ALIEN machte es vor: Lieutnant Ripley alias Sigourney Weaver war keine der typischen Scream-Queens, sondern eine starke Frau, eine der ersten im Horror-/Actiongenre. Nicht nur deshalb ging ALIEN in die Filmgeschichte ein. Die bedrückende Atmosphäre im klaustrophobischen Raumschiff, das Design des Aliens mit seinem doppelten Kiefer, die oft kopierte und viel parodisierte Szene, in der das Alien durch die Brust eines Crewmitglieds bricht – all das trug zum Erfolg von ALIEN bei. Kein Wunder also, dass noch drei Fortsetzungen entstanden (die zwei ALIEN VS. PREDATOR Spin-Offs und das Prequel PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN werden hier mal bewusst außer Acht gelassen). Wunderlicher ist aber, welch namhaften Regisseure man für die Fortsetzungen gewinnen konnte: James Cameron, David Fincher und Jean-Pierre Jeunet. Und noch wunderlicher, dass die beste der drei Fortsetzungen nicht vom Terminator-Regisseur Cameron oder Sieben-Macher Fincher stammt, sondern von Jeunet, der vor allem wegen DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE bekannt ist.

1. HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS (1978)

Auf Platz eins der Horrorklassiker der 70er – wie könnte es anders sein bei einem Halloween-Special: HALLOWEEN. Eigentlich braucht man gar nichts mehr über den Film, in dem ein maskierter Killer in Haddonfield Teenager abschlachtet, zu sagen. Er ist die Mutter aller Slasherfilme; das Werk, das den Mythos Michael Myers begründete; der Streifen, der Jamie Lee Curtis weltberühmt machte. Unvergessen wird auch immer die Filmmusik bleiben, die mit nur drei Tönen auf dem Klavier das schafft, was andere nicht mit einem ganzen Orchester schaffen: Atmosphäre, Grusel, Wiedererkennungswert. Halloween avancierte zum absoluten Kultfilm des Horrorgenres. Sieben Sequels und eine Neuverfilmung plus deren Fortsetzung hat er bisher nach sich gezogen – doch dass es damit aus ist, darf man bezweifeln.

Benjamin Wirtz

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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